48 Postzusteller in Gießen sind auch im Winter täglich per Fahrrad unterwegs

Gießen (kw). Die ungewöhnlich großen Lücken an den Radständern in der Innenstadt zeigen es: Bei Schnee, glatten Straßen und Minustemperaturen verzichten viele Gießener auf das Fahrrad im Alltag. Steffen Schwittlinsky aber hat kaum eine Wahl: Als einer von 48 Postzustellern in Gießen ist er tagtäglich mit dem Dienstrad unterwegs, um Briefe zu den Empfängern zu bringen.

Gießen (kw). Die ungewöhnlich großen Lücken an den Radständern in der Innenstadt zeigen es: Bei Schnee, glatten Straßen und Minustemperaturen verzichten viele Gießener auf das Fahrrad im Alltag. Steffen Schwittlinsky aber hat kaum eine Wahl: Als einer von 48 Postzustellern in Gießen ist er tagtäglich mit dem Dienstrad unterwegs, um Briefe zu den Empfängern zu bringen.

"Eine große Herausforderung" sei der harte Winter für alle Kollegen, weiß Thomas Kutsch, Sprecher der Deutschen Post. Trotz hochwertiger Funktions-Dienstkleidung können sie ins Frösteln kommen, der Transport der Briefe sei bei diesen Straßenverhältnissen für alle ein Problem. Das gilt erst recht für die, die auf zwei Rädern durch Schnee und über glatte Stellen balancieren.

Das Thema Fahrrad und Sicherheit werde in den kalten Monaten besonders groß geschrieben, schildert Kutsch, etwa bei internen Schulungen. Regelmäßig würden Bremsen, Licht, Klingel und Kettenspannung überprüft. Außerdem müssten die Reifen gerade im Winter genügend Profil und Luftdruck haben. Apropos Reifen: In jedem Zustellbezirk werden davon statistisch eineinhalb pro Jahr verschlissen. Macht summa summarum 27 900 neue Fahrradreifen jährlich.

Große Lasten müssen die Fahrräder tragen. Sie sind mit bis zu 50 Kilogramm Post beladen. Da die Postboten auf ihren Touren mehrfach so genannte "Ablagestellen" zum Nachladen anfahren, transportieren sie bis zu 137 Kilogramm täglich. "Das entspricht rund 14 Wasserkästen", so Kutsch. Die Dienstfahrzeuge verfügen über verstärkte Rahmen und eine besondere Verarbeitung - darunter meist auch ein Elektro-Hilfsmotor.

Bundesweit beschäftigt die Post knapp 19 000 Fahrradboten, in Hessen sind es 1228. In welchen Bezirken das Zweirad eingesetzt wird, legt das Unternehmen anhand der "Strukturmerkmale" fest: Die Briefkästen liegen dort einerseits für einen Fußgänger verhältnismäßig weit auseinander, andererseits ist das Auto kaum geeignet, etwa weil es an Abstellmöglichkeiten fehlt. Auch der Weg von der Hauptpost am Bahnhof - wo die Briefe sortiert werden - in den eigenen Bezirk sei für viele Zusteller zu Fuß zu weit. Jeder Zusteller kann selbst entscheiden, ob er bei schlechtem Wetter auf "Handwagen" und Fußmarsch ausweicht. Das komme normalerweise höchstens bei Glatteis vor.

Quelle: Gießener Allgemeine

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