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C. Janetzky-Klein Grüne Kleinlinden

Kommunalwahl 2021

Gießen: Ortsbeiräte durcheinandergewirbelt

  • Kays Al-Khanak
    vonKays Al-Khanak
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Es hatte sich bereits am Sonntagabend angedeutet: Nach der Kommunalwahl werden einige der fünf Gießener Ortsbeiräte ordentlich durcheinandergewirbelt. So hat in Rödgen die zum ersten Mal angetretene Liste »Rödgen gemeinsam gestalten« (Rgg) um den Ökolandwirt und Uni-Dozenten Konstantin Becker die meisten Stimmen auf sich vereinen können - vor den Freien Wählern.

Gießen – In Kleinlinden haben die Grünen die Nase deutlich vorn. Da in der Regel die stärkste Fraktion den Ortsvorsteher oder die Ortsvorsteherin stellt, wird es an der Spitze der Gremien einige Veränderungen geben.

In Rödgen holte die Liste Rgg 32,76 Prozent der Stimmen. Knapp dahinter liegen die FW mit 31,63 Prozent (2016: 41,53 Prozent). Es folgen die SPD mit 14,18 Prozent (2016: 41,10), die CDU mit 11,45 (2016: 17,37) und die Grünen mit 9,89 Prozent. Jeweils drei Sitze entfallen auf Rgg und FW, je ein Sitz auf SPD, CDU und Grüne.

»Wir sind überrascht und beeindruckt von dem Ergebnis«, sagt Becker von Rgg. Die Mitglieder hätten nie darüber nachgedacht, den Ortsvorsteher stellen zu können. Becker ist vielmehr um Zusammenhalt innerhalb des Ortsbeirats bemüht und freut sich auf die bunte Mischung mit fünf Parteien. »Das passt zu uns«, sagt er, »gemeinsam können wir etwas für den Ort erreichen.«

Zwar weiß Becker um die limitierten Möglichkeiten von Ortsbeiräten, die lediglich eine beratende Funktion haben. Gleichzeitig gehe es darum, die Stimmung im Dorf aufzunehmen und gegenüber der Stadt zu formulieren, betont er. »Viele haben das Gefühl, von Gießen nicht wahrgenommen zu werden.« Gleichzeitig sollen Projekte wie ein Dorfladen, eine Grillhütte oder ein Bahnhaltepunkt angeschoben werden.

Die großen Gewinner in Kleinlinden sind die Grünen mit Christine Janetzky-Klein an der Spitze: Sie holten 33,25 Prozent der Stimmen und stellen damit die stärkste Fraktion im Ortsbeirat. 2016 entfielen auf die Grünen noch 23,16 Prozent. Es folgen FDP mit 24,63 Prozent (2016: 28,19), CDU mit 21,86 (2016: 25,35), SPD mit 13,17 (2016: 23,29) und FW mit 7,09 Prozent. Die Sitzverteilung: Grüne 3, FDP und CDU je 2, FW und SPD je 1.

In Lützellinden hatte am Sonntagabend die CDU die Nase vorne. Am Ende ist sie von der Liste »Bürger für Lützellinden« (BfL) eingeholt worden: 29,50 Prozent entfallen auf die BfL; 2016 waren es noch 40,45 Prozent. 29,18 Prozent der Stimmen holt die CDU (2016: 30,20 Prozent) . Beide werden mit jeweils drei Sitzen im Ortsbeirat vertreten sein. Es folgen die 2016 nicht angetretenen Grünen mit 19,63 Prozent (zwei Sitze) und die SPD mit 17,45 Prozent (2016: 30,20 Prozent). Sie erhält einen Sitz. Auf die FDP entfielen nur 4,24 Prozent; sie wird nicht im Gremium vertreten sein.

Auch bei der Ortsbeiratswahl in Wieseck muss die SPD Verluste hinnehmen: Sie fällt von 34,63 Prozent in 2016 auf 24,27 Prozent. Stärkste Fraktion ist die CDU mit 31,91 Prozent (2016: 28,68). Die Bürgerliste für Umweltschutz und Frieden (BUF) holte 22,79 Prozent (2016: 11,64), die FW 15,46 Prozent (2016: 18,31) und die FDP 5,57 Prozent (2016: 6,73). Drei Sitze gibt es für die CDU, je zwei für BUF und SPD sowie je ein Sitz für FW und FDP.

K. Becker Rgg in Rödgen

Verlassen kann sich die SPD immerhin auf Allendorf: Führten dort am Sonntagabend noch die Grünen, profitierte die SPD am Ende vom Kumulieren und Panaschieren: Mit 44,19 Prozent der Stimmen kommt die Partei zwar nicht an das 2016er-Ergebnis heran (51,42 Prozent); sie behauptet aber den ersten Platz und hat vier Sitze im Ortsbeirat sicher. Die Grünen holen 23,78 Prozent (2016: 9,87) und damit zwei Sitze, die CDU 17,24 Prozent (2016: 14,73), ebenfalls zwei Sitze, sowie die FW 14,79 Prozent (23,99) und einen Sitz.

In Allendorf ist die Sensation also ausgeblieben. Doch selbst wenn dort die Grünen am Ende die meisten Stimmen geholt hätten, hätten sie vermutlich den langjährigen und engagierten Amtsinhaber Thomas Euler (SPD) als Ortsvorsteher vorgeschlagen. FOTOS: ARCHIV

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