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Pascal Thomas (l.) und Vincenz Türpe eröffnen mit "Tschick" das Festival. (Foto: Archiv)

Oma, Opa und der Outlaw

Wie das Stadttheater mit dem Festival "Spielreich" eine neue Generation gewinnen will. Los geht’s bereits am 7. Mai im TiL.

Zehn Jahre ist es her, dass die Familientheatertage in Gießen Premiere feierten. Die jungen Besucher von damals sind inzwischen erwachsen geworden. "Auf verschiedene Arten sind viele dem Stadttheater treu geblieben", sagt Intendantin Cathérine Miville. Einige im Rahmen eines Praktikums. Andere als Besucher. Und so haben sich die Verantwortlichen um Abdul M. Kunze als Leiter des Kinder- und Jugendtheaters auch für das Jubiläumsjahr etwas einfallen lassen. Zwischen dem 7. und dem 11. Mai will das Stadttheater mit "Spielreich" im TiL wieder eine neue Generation gewinnen will.

Los geht’s am Mittwoch, dem 7. Mai, um 18 Uhr mit einer offiziellen Eröffnung. Miville und Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich werden Grußworte sprechen, bevor im Anschluss "Tschick" gezeigt wird: In der aktuellen Spielzeit wurde die wilde Geschichte von Wolfgang Herrndorf in der Bühnenbearbeitung von Robert Koall vom Publikum gefeiert. "Vincenz Türpe liefert als Tschick sein Meisterstück und schlüpft bedingungslos in die Rolle des unbekümmerten Outlaws. Mit Jogginghose und Plastiktüte schlurft er in den Klassenraum, springt dann wieder wie ein junger Hund über die Bühne, nuschelt seine Sätze mit russlanddeutschem Zungenschlag und zelebriert die lässige Pose", lobte diese Zeitung.

Donnerstag, 8. Mai, startet dann ab 16 Uhr mit einem Musikworkshop: Die jungen Teilnehmer arbeiten zusammen mit den Musikern des Philharmonischen Orchesters Gießen. Auf der Bühne gibt es ab 17 Uhr den "Dicksten Pinguin vom Pol" zu sehen. Lukas Goldbach spielt den wohlbeleibten Antarktisbewohner aus Ulrich Hubs Stück für alle ab vier Jahren.

Einen Tag später, am 9. Mai, steht dann der Workshop "Famillie früher, Familie heute" an. Gemeinsam mit den Gießener Pädagogen Lea Hotfilter und Timm Schneider sollen die Kinder auf der Bühne lernen, wie Oma und Opa, Mama und Papa früher lebten. "Darstellendes Spiel ist im Unterricht heute ein bewährtes Mittel, um Vergangenes nachvollziehbar zu machen", berichten die beiden. Abends gibt es am Freitag dann "Kleine Engel" von Marco Baliani zu sehen. "Mirjam Sommer spielt Maja als quirliges Mädchen voller Träume und Ideen und ist am Ende der gut 70 Minuten Spieldauer schweißnass. Milan Pesl sorgt als vom Leben gebeutelter Robert für die melancholische Note und immer wieder aufkeimende Skepsis, ob die Engel ihre Aufgabe auch wirklich erledigen", hieß es in dieser Zeitung.

Das Familienfest zum Jubiläumsjahr des "Spielreich" folgt dann am Samstag, dem 10. Mai, zwischen 11 und 13 Uhr im und um das TiL. "Es ist für jeden etwas dabei. Zum Schauen. Zum Mitmachen. Zum Feiern", verspricht Abdul M. Kunze. Danach ist ab 15 Uhr die Wiederaufnahme "Du, du und ich" von Theo Fransz sowie um 19 Uhr "Das Mädchen aus dem Meer" nach einer Geschichte von Hans Christian Andersen als Produktion des Jugendclubs Tanz zu sehen.

Der Abschlusstag der Familientheatertage, der 11. Mai, wird dann ab 11 Uhr mit "Orpheus", einer musikalischen Reise in die Sagenwelt von Andreas Mihan und Teresa Rinn für alle ab acht Jahren eingeläutet. Weiter geht es um 15 Uhr mit "Ab heute heißt zu Sara" im Großen Haus: "Der berührenden Thematik durchaus angemessen, tritt Cathérine Miville in ihrer Inszenierung im Großen Haus in puncto Schmissigkeit auf die Bremse. Ruhig verläuft ihr Erzählfluss, jede Effekthascherei wird vermieden", schrieb diese Zeitung.

Mit einem Musical für alle ab acht Jahren von Peter Rose und Anne Conlon geht "Spielreich" ab 18 Uhr zu Ende: "Eine Sonne, eine Welt" ist eine Produktion mit dem Kinder- und Jugendchor in Zusammenarbeit mit der Musikschule Gießen.

Es ist ein abwechslungsreiches Programm, mit dem sich die Familientheatertage im zehnten Jahr präsentieren, für das Bürgermeisterin Weigel-Greilich als Schirmherrin nur lobende Worte findet: "Einmal mehr wird Interessantes und Neues geboten", sagt sie. Eine ihrer Erklärungen: "Dadurch, dass man in Gießen sehr aufs Geld schauen muss, ergeben sich über Synergieeffekte immer wieder neue Qualitäten." In der Hoffnung, dass die jungen Besucher dem Stadttheater treu bleiben. Auch dann noch, wenn "Spielreich" das nächste Jubiläum feiert. fd

Quelle: Gießener Allgemeine

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