Nordstadt voranbringen – aber wie?

Gießen (kw). Wie lässt sich die Wirtschaft in der Nordstadt stärken, und was können die Bewohner selbst dafür tun? Darüber tauschten sich rund 20 Unternehmer und weitere Interessierte kürzlich im Nordstadtzentrum aus. Eingeladen hatten das Projekt "Gemeinsame Wege" und der Nordstadtverein.

Geografie-Studierende hatten die "Zukunftswerkstatt" im Rahmen eines Seminars zur Zukunft der Gießener Nordstadt organisiert.

Seit Herbst 2012 arbeitet die Jugendwerkstatt Gießen mit ihrer "Werkstattkirche" in der Ederstraße unter dem Namen "Gemeinsame Wege" unter anderem daran, die zahlreichen hier ansässigen Unternehmer zu beraten und zu fördern. Im Oktober dieses Jahres läuft das vom Bundesverkehrsministerium finanzierte Projekt aus. Ein Ziel sei, bis dahin ein Netz der Kleinunternehmer zu knüpfen, damit diese gemeinsam ihre Interessen vertreten und einander unterstützen können, sagte Marcel Spangenberg – einer der Projektmitarbeiter – im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung.

Vandalismus auch ein Problem

Warum stehen in der Nordstadt so viele Gewerberäume leer? Und welche Probleme haben die Geschäftsleute? Die Teilnehmer der "Zukunftswerkstatt" beklagten unter anderem, die Hauseigentümer verlangten für Läden zu hohe Mieten. Auch der Vandalismus im Stadtteil und zu wenig Bekanntheit der Geschäfte abseits der Hauptverkehrsadern wurden genannt. Dass aus etlichen einstigen Betrieben – von der Fahrschule bis zur Gaststätte – mittlerweile Kulturvereins-Domizile geworden sind, bewerteten die Besucher eher positiv. Immerhin gähnten dort keine dunklen Schaufenster.

In einer "Fantasiephase" wurden Träume und Anregungen für die Bereiche Wirtschaft, Stadtentwicklung sowie Freizeit und Soziales gesammelt. Diskutiert wurde zum Beispiel ein Angebot Existenzgründungsseminare direkt in der Nordstadt oder eine Druckversion des aktuellen Gewerbeverzeichnisses, das im Internet mit bisher 75 Einträgen bereits zur Verfügung steht.

Vieles sei aber noch offen, so das Fazit der Veranstaltung. So wäre es wichtig, den Bedarf der Bürger zu ermitteln, um ihnen die passenden Angebote machen zu können. Weitere Veranstaltungen zur Entwicklung der Wirtschaft im Stadtteil seien hilfreich und erwünscht – wie etwa die erste Gewerbe- und Existenzgründungsschau im vergangenen Juni in der Paulusgemeinde.

Noch bis zum Oktober sind die Jugendwerkstatt-Mitarbeiter in der Ederstraße 13 Ansprechpartner nicht nur für Unternehmer. Unter dem Dach von "Gemeinsame Wege" gibt es – wie berichtet – auch zahlreiche Angebote für Bewohner, besonders für alleinerziehende Mütter und für Jugendliche. Kontakt kann man aufnehmen unter Tel. 0641/39 93 01 78 oder im Internet unter www.gemeinsamewege.jugendwerkstatt-giessen.de.

Quelle: Gießener Allgemeine

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