Die Neustadt wird im Verklehrsversuch zur Einbahnstraße. FOTO: SCHEPP

Neue Verkehrsführung

Neustadt in Gießen wird nach Baustelle zum Versuchsfeld

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In der Neustadt in Gießen startet ein Verkehrsversuch. Vom Oswaldsgarten aus dürfen nur noch Busse und Radfahrer einfahren. Auch die untere Bahnhofstraße wird zur unechten Einbahnstraße.

Gießen - Zur Vorweihnachtszeit passt der Anblick: Verpackte Verkehrsschilder stehen am Donnerstag in der unteren Bahnhofstraße und der Neustadt. Die Bescherung indes, die gibt’s schon am frühen Samstagmorgen. Denn dann wird der im Sommer angekündigte Verkehrsversuch in der Neustadt und der unteren Bahnhofstraße in Form der neuen rot-weißen und blau-weißen Beschilderung gestartet. Beide Bereiche werden für mindestens ein halbes Jahr zur "unechten Einbahnstraße", erläutert Holger Hedrich, Leiter der Straßenverkehrsbehörde, beim Pressetermin vor Ort.

In diese "unechten" Einbahnstraßen dürfen ab Samstag vom Oswaldsgarten aus keine Pkw mehr einfahren. Statt des klassischen viereckigen Schildes mit dem Schriftzug Einbahnstraße kommt das runde mit weißem Pfeil auf blauem Grund für die vorgeschriebene Fahrtrichtung zum Einsatz.

Busse (ab Sonntag) und Radfahrer dürfen die Neustadt weiter in Richtung Marktplatz befahren. Dies gilt auch für Lieferanten, die die Galerie Neustädter Tor ansteuern; sie können bis zum Pfarrgarten gegen die Einbahnstraße fahren. "Den Lkw wollen wir den Umweg durch Reichensand und Bahnhofstraße ersparen", erklärt Hedrich und fügt mit Blick auf den Pkw-Verkehr hinzu: "Für den ein oder anderen bedeutet das längere Wege, aber wir glauben, dass es eine gute Maßnahme ist, um den Verkehr in der Innenstadt zu beruhigen."

Autofahrer, die in die Neustadt wollen, müssen also über die Westanlage, den Reichensand und die untere Bahnhofstraße fahren. Die Parkplätze auf der linken Seite dürfen sie nutzen und in Fahrtrichtung parken. Ob dies zu Konflikten mit entgegenkommenden Bussen und Radfahrern führt, will das Ordnungsamt im Zuge der Auswertung genau beobachten. Ansonsten gilt für alle Verkehrsteilnehmer ein Rechtsfahrgebot.

Hedrich und Verkehrsdezernent Peter Neidel gehen davon aus, dass auch der Park-Such-Verkehr stark abnehmen wird. Zudem hat die Ordnungspolizei auch die sogenannten "PS-Poser" im Visier, zu deren bevorzugten Routen bislang die Neustadt und die untere Bahnhofstraße zählen. Besorgt, dass der Verkehrsversuch in die Hose gehen könnte, wirkt Bürgermeister Neidel beim Ortstermin nicht: "Das ist ja vorher alles gründlich geprüft worden."

Genutzt, um den Verkehrsversuch vorzubereiten, hatte die Stadt die Tiefbau- und Sanierungsarbeiten, die seit Ende Juli in der Neustadt durchgeführt worden waren. Dabei wurden Kanäle und Hausanschlüsse verlegt und die beiden Bushaltestellen mit strapazierfähigem Beton ausgelegt. Im Frühjahr muss auf Höhe des Pfarrgartens laut Bauleiter Hendryk Gaidis noch ein Stück Straße asphaltiert werden, dafür würden aber nur wenige Tage benötigt. An den beiden Haltestellen fehlen auch noch die Anzeigetafeln des Dynamischen Fahrgastinformationssystems (DFI), die später montiert werden. Neidel: "Für uns hatte es Vorrang, dass wir die Neustadt doch noch vor Weihnachten aufmachen können."

Betroffene Anwohner oder Geschäftsleute können sich bei weiteren Fragen an das Ordnungsamt und dort an die Straßenverkehrsbehöde wenden. Telefon: 0641/306-2298 oder E-Mail: verkehrsbehoerde@giessen.de.

Quelle: Gießener Allgemeine

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