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Secondhand-Geschäft für Mode aus den 90ern und 00ern in Gießen eröffnet

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Von: Sophie Röder

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Schajan Mainka, Alexander Berg und Dariush Khadembashi (v. l.) eröffnen gemeinsam ein Secondhand-Geschäft für Vintage-Mode.
Schajan Mainka, Alexander Berg und Dariush Khadembashi (v. l.) eröffnen gemeinsam ein Secondhand-Geschäft für Vintage-Mode. © Oliver Schepp

Mit einem Online-Handel hat es angefangen. Nun eröffnen zwei Kölner und ein Gießener ein Geschäft für gebrauchte Kleidung aus den 1990er und 2000er Jahren mitten in Gießen.

Gießen - Auf einer Fensterfront in der Frankfurter Straße in Gießen steht das Wort »Neueröffnung«. In den Räumen dahinter herrscht geschäftiges Treiben: Kleiderständer werden mit Oberteilen bestückt, Artikelnummern angelegt, Kassengeräte geprüft und so manche Stelle im Raum dekoriert. Weniger als 24 Stunden später eröffnet der Vintage-Store »Retro Supply«. .

Seit Mittwoch, 20. April 2022, können die Gießener hier Kleidungsstücke aus den 90ern und 2000er Jahren kaufen. Doch »Retro Supply« ist keine komplette Neugründung. »Im November 2020 haben wir den Onlineshop ›Retro Supply‹ gegründet«, sagt Dariush Khadembashi. »Den führen wir auch weiter. Doch wir hatten von Anfang an die Idee, stationär zu eröffnen«, sagt er. Diese hat er zusammen mit Schajan Mainka und Alexander Berg in Gießen umgesetzt.

Retro-Supply in Gießen: »Vor Ort bekommt man einfach ein besseres Gefühl für die Sachen«

»Wir haben gemerkt, dass es für viele nicht einfach ist, Vintage-Kleidung online zu kaufen«, sagt Khadembashi. »Im Laufe der Jahre haben sich die Konfektionsgrößen verändert, so dass es eine Hemmschwelle gibt, die Sachen zu bestellen oder viele zurückgeschickt werden, weil die falsche Größe bestellt worden ist.« Einfacher sei es, sich die Produkte anzuschauen und anzuprobieren. »Vor Ort bekommt man einfach ein besseres Gefühl für die Sachen«, ergänzt Mainka. Zudem sei es nachhaltiger.

Den Onlineshop haben Khadembashi und Berg gemeinsam in Köln eröffnet. Doch dort wollten sie kein Ladengeschäft eröffnen. »In Köln ist der stationäre Vintage-Markt viel stärker erschlossen als in Gießen.« Gießen kennt Kadembashi aus seiner Zeit als Student. Vor rund fünf Jahren haben er und Mainka sich an der THM kennengelernt und seitdem Kontakt gehalten. So sei die Wahl für den Standort des Geschäftes auf Gießen gefallen. »Das wurde auch positiv aufgenommen«, sagt Mainka. »Hier scheint es eine Nachfrage zu geben, aber bisher nur wenig Auswahl.«

Doch warum Retro-Kleidung? »Vintage und Secondhand sind ressourcenschonender als neue Kleidung. Das möchten wir den Leuten näher bringen und Vintage in den Alltag integrieren«, sagt Mainka. Khadembashi: »Wir wollen Vintage als das ›neue Normal‹. Also dass man, wenn man zum Beispiel einen neuen Pullover braucht, sagt ›Ich gehe in ein Secondhand-Geschäft‹ und nicht ›Ich geh’ zu H&M‹ oder zu einem anderen Fast-Fashion-Geschäft.‹«

Gießen: Vintage-Mode für den Alltag aus den 1990er und 2000er Jahren

Der Fokus für »Retro Supply« in der Frankfurter Straße liege auf Alltagskleidung. »Wir haben Pullis, T-Shirts, Jeans, aber auch Blusen und viel sportliche Kleidung. Es ist fast alles Unisex«, zählen die drei auf. Aktuell haben sie rund 750 Kleidungsstücke vor Ort. Das Besondere: Alles handverlesen. So fährt Khadembashi regelmäßig zu Händlern innerhalb Deutschlands und schaut sich die Ware an. »Dabei ist es erstmal egal, welche Marke es ist, Hauptsache es passt ins Konzept.«

Der Schwerpunkt liege vornehmlich auf den 90er und 2000er Jahren, doch auch Stücke aus den 80ern und 70ern kämen vor. Während Khadembashi und Mainka sich mit Ein- und Verkauf beschäftigen, ist Berg für die Zahlen und das technische Drumherum zuständig. »Ich mache die Buchhaltung und schaue, dass die Kassen laufen und alle Stücke eine Artikelnummer bekommen.«

Vintage-Mode in Gießen: frisch gewaschen und aufgebügelt

Die Ware im Laden unterscheide sich von den Artikeln im Onlineshop: »Hier bieten wir eher Alltagskleidung an, die günstigsten Stücke gibt es ab zehn Euro. Im Onlineshop verkaufen wir ausgewählte Luxus-Markenartikel.« Die Fotos für’s Internet entstünden zukünftig in einem Hinterzimmer des Ladens. Dort würden außerdem alle Kleidungsstücke gewaschen und dampfgebügelt. »Es ist uns wichtig, dass die Sachen gereinigt sind, bevor die Kunden diese kaufen. In manchen Secondhand-Läden riecht es muffig, das möchten wir nicht«, sind sie sich einig. (Sophie Mahr)

Ein gänzlich anderes Konzept als der neue Vintage-Modeladen hat die Kette Peek & Cloppenburg. Nach kurzer Abstinenz ist P&C zurück in Gießen – jüngst war die Neueröffnung.

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