+

Nach Party der Tochter mit Polizei angelegt

Gießen (kan). Auf der Geburtstagsparty seiner Tochter hatte der 46-Jährige so hartnäckig Streit gesucht, dass die Polizei eingreifen musste. Doch auch dann wollte er keine Ruhe geben. Deshalb musste sich der Gießener nun wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Körperverletzung am Amtsgericht verantworten.

Nach der Beweisaufnahme wurde das Verfahren vorläufig eingestellt, der 46-Jährige muss 300 Euro Schmerzensgeld an einen Polizisten und 600 Euro Geldbuße an den Weißen Ring zahlen.

Über zwei Promille hatte der Angeklagte, als er sich zuerst über den Freund seiner Tochter, dann über die junge Frau ärgerte. »Sie hat gesagt: ›Papa, es ist besser wenn du jetzt gehst.» Ich kam mir verstoßen vor.« Schon vor der Feier habe er ein paar Bierchen getrunken, berichtete der 46-Jährige. Das sei zu diesem Zeitpunkt öfter vorgekommen, jetzt sei er aber in Behandlung.

Eine Viertelstunde lang habe sein Kollege »mit Engelszungen« auf den Angeklagten eingeredet, sagte einer der Polizisten aus, der als Nebenkläger am Prozess teilnahm. Doch der 46-Jährige sei weiterhin ausfallend gewesen und habe sich so gegen die Festnahme gewehrt, dass er in den Streifenwagen gezogen werden musste. »Man hat damit gerechnet, dass es jeden Moment knallen könnte.« Das passierte dann auch, allerdings erst auf der Dienststelle. Nach zwei Kopfnuss-Versuchen habe der Angeklagte ihm drei bis vier Mal »mit voller Wucht« so gegen die Wade getreten, dass er etwa eine Woche kaum habe laufen können, sagte der Polizist.

»Es tut mir wirklich sehr leid«, beteuerte der 46-Jährige. Das glaubte ihm der Richter und stimmte der von der Staatsanwaltschaft angeregten vorläufigen Einstellung zu, auch wegen der nicht auszuschließenden verminderten Schuldfähigkeit durch den Alkoholpegel. Oberamtsanwalt Otto Linscheid ermahnte den Angeklagten aber: »Wenn Sie noch einmal wegen Alkohol in solch einer Geschichte auffallen, gibt es keinen Minderungsgrund mehr.«

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare