TH Mittelhessen hat erste Deutschland-Stipendien vergeben

Gießen (si). Die Technische Hochschule Mittelhessen hat am Montag ihre ersten Deutschland-Stipendien vergeben. Das 2011 bundesweit gestartete Programm richtet sich an Studierende aller deutschen Hochschulen, die mit besonders guten Studienleistungen aufgefallen sind, die mutmaßlichen "Führungskräfte von morgen".

Wer gefördert wird, erhält monatlich 300 Euro – mindestens zwei Semester und längstens bis zum Ende der Regelstudienzeit, und zwar unabhängig von eigenem Einkommen; auch Bafög-Leistungen werden nicht angerechnet. Das Geld kommt zur einen Hälfte vom Bund, zur anderen von privaten Mäzenen.

Die THM konnte dafür vier Unternehmen gewinnen: Die Volksbank Mittelhessen, die allein fünf Stipendien zur Verfügung stellt, die Siemens AG (drei) sowie die Heraeus Holding GmbH und Bilfinger SE, die mit je zwei Stipendien vertreten sind. Nutznießer sind zwölf Studierende unterschiedlicher Fächer und Abschlüsse (Bachelor/Master) und im Studium unterschiedlich weit fortgeschritten. Die neun jungen Männer und drei jungen Frauen erhielten ihre Urkunden gestern bei einer Feier im Anwenderzentrum Medizintechnik in der Gutfleischstraße.

Für die Stipendiaten bedankte sich Christine Müller, Studentin des Bauingenieurwesens im fünften Semester. Sie habe im August auf der Homepage der Technischen Hochschule von dem Programm erfahren und sich dann spontan beworben, sagte sie. Dass sowohl gute Studienleistungen berücksichtigt werden sollen als auch gesellschaftlich-soziales Engagement, habe ihr gefallen. Sie konnte im Übrigen auch mit einer Ausbildung vor dem Studium (als Bauzeichnerin) punkten. Insgesamt gab es rund 60 Bewerber für die zwölf Stipendien, das heißt, jeder fünfte kam zum Zuge.

Als Vertreter der Stipendiengeber sprach mit Norbert Volk, Geschäftststellenleiter von Siemens in Wetzlar, ein früherer Absolvent der TH (damals noch Fachhochschule). Er kommt aus dem Studiengang Technisches Gesundheitswesen. Wirtschaft und Hochschulen hätten gemeinsame Interessen, etwa die gute Ausbildung von Studierenden. Die Unternehmen bräuchten exzellente Fachkräfte. Mit den Stipendien könne man sich als Arbeitgeber empfehlen und trage außerdem dazu bei, dass der Investitionsstandort Deutschland gestärkt werde, sagte Volk.

TH-Präsident Prof. Günther Grabatin skizzierte die Karriere einer ehemaligen Fachhochschul-Studentin, die es – unterstützt von der Studienstiftung des Deutschen Volkes – als "Migrationskind" bis zur Promotion in Oxford gebracht hat. Daran lasse sich exemplarisch zeigen, was Förderung bewirken könne, wenn sie mit der individuellen Eignung zusammenpasse. Deshalb sei er froh über die Deutschland-Stipendien, sagte Grabatin.

Die Justus-Liebig--Universität vergibt ihre Urkunden am kommenden Freitag.

Quelle: Gießener Allgemeine

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