Magistrat fasst Beschluss zum Poppe-Gelände

Gießen (mö). Es bleibt dabei: Am nördlichen Rand des Poppe-Parks darf ein Wohnhaus errichtet werden. Diese Möglichkeit räumt der am Montag vom Magistrat beschlossene Planentwurf für das Poppe-Gelände ein.

Es liege nun am Eigentümer und Investor, der Gießener Firma Revikon, ob diese Möglichkeit, wenn das Baurecht endgültig geschaffen ist, auch genutzt wird, sagte Planungsdezernentin Gerda Weigel-Greilich gestern in der Pressekonferenz der Stadtregierung.

Die Stadträte hatten ferner eine Verkleinerung des Plangebiets beschlossen, was es der Stadt ermöglicht, das weitere Planverfahren zu beschleunigen. In diesem Zusammenhang wies die Bürgermeisterin die in den letzten Monaten wiederholt vom Südviertel-Verein Lebenswertes Gießen geäußerte Kritik zurück, die Verfahrensänderung diene einzig dem Zweck, dem Investor eine schnellere Bebauung zu ermöglichen, da nun die Pflicht zu Erstellung eines Umweltberichts entfalle. Bei der Verkleinerung des Plangebiets handele es sich um ein notwendigen Schritt, weil es für die nunmehr abgetrennten Bereiche "keine Planerfordernis" gegeben habe, erläuterte die Bürgermeisterin.

Der Verein hatte Ende vergangener Woche seine Kritik insbesondere am Vorhaben, das besagte Einzelhaus am Nordrand des denkmalgeschützten Poppe-Parks zu errichten, erneuert und hat für morgen Abend (19.30 Uhr) zu einer Anwohnerversammlung in den Saal des Petrusgemeinde eingeladen.

In der Vorlage des Magistrats ist von einem "kleinen Mehrfamilienhaus" mit vier Wohneinheiten die Rede. Weigel-Greilich erklärte, dass die bislang auf dem gesamten Poppe-Gelände geplante Baumasse es zulassen würde, das Haus auch woanders zu errichten. Dies sei Sache des Grundstückseigentümers. "Wenn es ein städtisches Grundstück wäre, würden wir da wohl kaum bauen", meinte sie zu dem abgelegenen Bauplatz, der an die rückwärtige Bebauung der Wilhelm- und Ebelstraße angrenzt.

Lebenswertes Gießen hatte als Alternative einen öffentlich zugänglichen "Bürgerpark" ins Gespräch gebracht, der von einer Stiftung betreut werden könnte, die Revikon den Grünzug am Nordrand des Poppe-Geländes abkaufen müsste.

In dem Magistratsantrag wird auch nochmals darauf verwiesen, dass das Landesamt für Denkmalpflege die in der Gießener Denkmaltopographie abgebildete Größe des Poppe-Parks reduziert hatte. Womöglich seien die Fachleute in Wiesbaden zum Ergebnis gekommen, dass der Grünstreifen am Nordrand ganz früher zum Betriebsgelände der Brauerei gehört habe und der Andienung der unter dem Hügel liegenden Bierkeller diente, vermutet Weigel-Greilich.

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Quelle: Gießener Allgemeine

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