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Linnes-Jubiläum endet mit Sensation

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Gießen-Kleinlinden(hin). Das Jubiläumsjahr zur Ersterwähnung Kleinlindens vor 750 Jahren endete mit einer kleinen Sensation. Eigentlich ging es bei der Festveranstaltung am Samstagabend im Bürgerhaus nur um eine Abrundung des Jubiläumsjahres. Ein umfangreiches und allseits gelobtes Festbuch war erschienen, die Kirmes mit bestem Zuspruch gehalten worden, und auch die Vereine hatten das Jubiläum auf ihre je eigene Weise bereichert. Nun aber konnte Dr. Gerd Steinmüller, der Vorsitzende des Orts- und Vereinsarchivs, überraschend noch etwas ganz Besonderes präsentieren: zwei bisher unbekannte Zeichnungen der Burg und der ehemaligen Kleinlindener Kirche in der Wetzlarer Straße.

Gefunden hatte sie Frank Mohr, der am Samstagabend moderierte. Er hatte das Stichwort "Kleinlinden" gegoogelt und war dabei auf der Homepage des Frankfurter Städel gelandet. Die beiden Zeichnungen sind Teil der Graphischen Sammlung des renommierten Kunstmuseums. Professor Dr. Christine Reinle (Justus-Liebig-Universität) hielt den Festvortrag. Die heimischen Gesangvereine sorgten für die musikalische Umrahmung.

Am 22. August 1859 war der Architektur- und Landschaftsmaler Carl Theodor Reiffenstein mit Block und Stift durch Kleinlinden gezogen und hatte detaillierte Zeichnungen der Burg und der kleinen Kirche in der Wetzlarer Straße angefertigt. Steinmüller nahm die Zeichnungen zum Anlass, um umfangreich auf die Geschichte der beiden Gebäude einzugehen. Er bedauerte, dass der späte Fund nicht mehr in das Festbuch hatte eingehen können.

Landeshistorikerin Reinle betonte die Chancen, die sich aus der Beschäftigung mit der Ortsgeschichte ergeben können. Die lokale Historie biete die Möglichkeit, Aussagen zu überprüfen und in einen neuen Kontext zu stellen. Sie biete die Möglichkeit, die Geschichte neu Hinzugekommener aufzugreifen und mit der eigenen Geschichte zu verknüpfen. Und sie biete einen niedrigschwelligen Einstieg, um globale Zusammenhänge zu verstehen. Die Festrednerin rief dazu auf, Überliefertes wissenschaftlich zu untermauern und dadurch auf Dauer anzulegen.

Stadträtin Astrid Eibelshäuser, in Vertretung für die verhinderte Oberbürgermeisterin, lobte das Engagement der Kleinlindener im Festjahr. Sie rief dazu auf, Strukturen über das Jubiläum hinaus zu erhalten. Ortsvorsteher Dr. Klaus Dieter Greilich wünschte sich, dass die zum Jubiläum gepflanzte Linde gedeihen und "die Kleinlindener Gemarkungsgrenze bis zur Feier des 1000-jährigen Bestehens erreicht haben möge." Hintergrund: Die Linde steht auf Allendorfer Gebiet.

Verdienter Beifall für Gerd Zörb

Der Gesangverein "Eintracht" eröffnete das musikalische Programm, gefolgt vom Männerchor "Arion". Als ein Novum bezeichnete Frank Mohr den gemeinsamen Auftritt von Chorleiter Markus Schopf ("Arion") mit "Eintracht"-Chorleiter Matthias Hampel am Klavier. Der Frauenchor "Intermezzo" versicherte, dass "Wunder geschehn" und schloss mit "A Million Dreams". In Form eines Interviews ließen Frank Mohr und Gerd Zörb, der maßgeblich zum Gelingen beigetragen hatte, das Festjahr noch einmal Revue passieren. Das Publikum dankte Zörb mit stehendem Beifall.

Quelle: Gießener Allgemeine

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