Leicht huschen die Motive dahin

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Gießen (jou). Das Artis Piano Quartet hatte zuvor bereits zweimal bei den Winterkonzerten des Meisterkonzertvereins brilliert und legte am Montag die Messlatte im Rathaus erneut hoch. Gekonnt unterstrichen Hiroko Atsumi (Klavier), Stefan Bornscheuer (Violine), Paul Pesthy (Viola) und Ulrike Hofmann (Cello) im Allegro-Kopfsatz des Quartetts g-Moll KV 478 von Wolfgang Amadeus Mozart den energischen Duktus und spürten den musikalischen Kontrasten fantasievoll nach.

Gießen (jou). Das Artis Piano Quartet hatte zuvor bereits zweimal bei den Winterkonzerten des Meisterkonzertvereins brilliert und legte am Montag die Messlatte im Rathaus erneut hoch. Gekonnt unterstrichen Hiroko Atsumi (Klavier), Stefan Bornscheuer (Violine), Paul Pesthy (Viola) und Ulrike Hofmann (Cello) im Allegro-Kopfsatz des Quartetts g-Moll KV 478 von Wolfgang Amadeus Mozart den energischen Duktus und spürten den musikalischen Kontrasten fantasievoll nach.

Im Ganzen versprühte die Interpretation ansteckende Vitalität, wirkte dabei ganz locker, nie unangenehm forciert, vielmehr fein dosiert in der Tonstärke. Recht behutsam beleuchteten die Künstler im Andante die fragile Klangwelt und musizierten wieder gelassen. Das muntere Rondo-Finale setzte mit seiner spielerischen Leichtigkeit und betörenden Grazie das i-Tüpfelchen – eine Darbietung wie aus einem Guss, mit fließenden Übergängen, dabei stets klar in der formalen Gestaltung.

Auf ebensolchem Niveau ging es weiter bei dem Quartett a-Moll op. 67 des spanischen Komponisten Joaquin Turina. Intensive Stimmung erzeugte das Ensemble in der Lento-Einleitung und spannte den gedanklichen Bogen im anschließenden Andante raffiniert fort. Bei allem andalusischem Lokalkolorit erinnerte die Komposition vom Aufbau an deutsch-österreichische Vorbilder. Besonders faszinierte der klangliche Schattierungsreichtum. Das Ensemble hatte das Werk vollends verinnerlicht und brachte die ausschweifende Thematik inspiriert zur Entfaltung.

Jugendliche Unbeschwertheit vermittelte nach der Pause das Quartett c-Moll op. 13, ein 1885 entstandenes Frühwerk von Richard Strauss. Schon im eröffnenden Allegro begeisterte der tiefgründige, von untrüglichem poetischem Empfinden geleitete Vortrag. Man merkte dem 1996 gegründeten Ensemble ausgiebige gemeinsame Musizierpraxis an: Die Pianistin und die Streicher zogen am selben Strang und überzeugten mit einer runden dramaturgischen Konzeption.

Gespenstisch-leicht huschten die Motive im Scherzo dahin; noch virtuoser konnte man sich die Interpretation kaum vorstellen. Reizvoll hob sich vom bewegten Hauptteil das gesanglich-ruhige Trio ab. Herzerwärmend geriet das besinnliche, melodisch weitläufige Andante. Heftige Konflikte taten sich demgegenüber im Finale auf, um zu einem temperamentgeladenen Schluss hinzuführen. Für den kräftigen Beifall dankten die Musiker mit einer entspannten Mozart-Zugabe.

Quelle: Gießener Allgemeine

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