+
Kurden demonstrieren auch am Donnerstag am Berliner Platz gegen den türkischen Einmarsch in Nordsyrien. (mac)

Gegen türkische Militäroffensive

Kurden demonstrieren am Rathaus Gießen - 

  • schließen

Mehr als 300 kurdische Aktivisten und Sympathisanten haben sich am Donnerstagabend auf dem Berliner Platz zu einer Demonstration zusammengefunden.

Gießen (khn/mac). Im Norden Syriens rollen Panzer und fliegen Kampfjets der türkischen Armee, in Gießen wehen kurdische Fahnen: Mehr als 300 kurdische Aktivisten und Sympathisanten haben sich am Donnerstagabend auf dem Berliner Platz zu einer Demonstration zusammengefunden. Bereits am Montag und am Mittwoch waren nach Schätzungen der Stadtverwaltung jeweils etwa 120 Menschen vor dem Rathaus am Berliner Platz zu einer Mahnwache zusammengekommen. Während die Veranstaltung am Montag nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, seine Truppen aus der Region abzuziehen, noch spontan auf Initiative des Gießener "Bündnis für Frieden in Afrin" stattfand, sind die weiteren Zusammenkünfte mittlerweile geplant. Sie sollen ab sofort täglich stattfinden. Auch am Donnerstag zogen die Teilnehmer nach der Kundgebung noch durch die Innenstadt.

Gießen: Weigel-Greilich und Tanriverdi sprechen bei Demonstration

Die Redner, am Donnerstag sprachen unter anderem auch Stadträtin Gerda Weigel-Greilich und Mehmet Tanriverdi von der in Gießen ansässigen Kurdischen Gemeinde Deutschland, verurteilten die Militäroffensive der türkischen Armee gegen die Kurden im Norden Syriens. Ein Redner rief seine Landsleute zu mehr Zusammenhalt in schweren Zeiten auf, schildert ein Beobachter gegenüber dieser Zeitung. Mit Schildern forderten einige Kurde auch die Passanten auf, Solidarität zu zeigen. "Wir werden hier weiter solidarisch sein und hoffen, dass unsere Bundesregierung eingreift. Wir sagen Nein zum Einzug der türkischen Armee", sagte Weigel-Greilich. Zu den Kundgebung waren neben Mitgliedern des "Bündnisses Frieden für Afrin" auch linke Politiker und Aktivisten gekommen. Die Versammlungen liefen bisher nach Angaben der Stadt ohne Zwischenfälle ab und wurden in Absprache mit dem Ordnungsamt von der Polizei begleitet.

In Gießen leben etwa 2000 Kurden

In Gießen leben etwa 2000 Kurden. Viele von ihnen haben Familienangehörige im nordsyrischen Konfliktgebiet rund um die Stadt Afrin. Für die kommenden Tage sind in Gießen täglich weitere Kundgebungen gegen den am Mittwoch begonnenen türkischen Einmarsch im Norden Syriens geplant. Aus Rücksicht auf die Mahnwache, die die Evangelische Kirche Gießen am heutigen Freitag (18.15 Uhr) am Stadtkirchenturm nach dem Anschlag auf eine Synagoge in Halle aus Verbundenheit zur Jüdischen Gemeinde abhalten wird, wollen die Kurden heute nicht demonstrieren.

Quelle: Gießener Allgemeine

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare