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Krimifestival: Literatur und Leichen

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Uwe Ochsenknecht macht den Auftakt.
Uwe Ochsenknecht macht den Auftakt. © Red

Viele Verbrechen beginnen im Dunkeln. Und in Gießen. In einem Autohaus, in einer Bäckerei oder im Kino. Uwe Lischper hat die Tatorte zusammengestellt. Dazu holt der Organisator des Krimifestivals Gäste nach Gießen. Los geht es am 26. September.Im Programmheft stehen Namen wie Til Schweiger, Joe Bausch oder Nina Hoss.

43 Veranstaltungen in vier Wochen, 23 Autoren und drei Premieren – zur elften Auflage ist das Programmheft wieder dicker geworden. Darin stehen Namen wie Til Schweiger, Joe Bausch oder Nina Hoss.

Das Morden beginnt Schauspieler Uwe Ochsenknecht am 26. September. In der Sparkassenzentrale liest er unter dem Motto »Ein Bulle ohne Landei« Kurzgeschichten aus der Eifel. Zwei Tage später (28. September, 20 Uhr) kommt Kollege Joe Bausch ins Verlagshaus dieser Zeitung in die Marburger Straße. Der Tatort-Rechtsmediziner, der eigentlich Gefängnisarzt ist, trägt unter dem Motto »Mord und Kölsch« tödliche Crime Storys vor, dazu gibt es Small Talk und Kölsch. Mit auf Serienmörder-Jagd will Benno Fürmann seine Besucher nehmen. Am 4. Oktober liest er auf Einladung von Neusehland im Netanya-Saal aus dem Thriller »Nummer zwei« von Claus Probst. Auch von den Bühnen und den Filmsets Deutschlands kommt Nina Hoss am 10. Oktober zum Herrenausstatter Köhler. Sie liest aus dem Frankfurt-Thriller »Siebenschön« von Judith Winter. »Bitterböse Morde charmant serviert« – dieser Aufgabe stellt sich die österreichische Schauspielerin Julia Stemberger am 17.

Oktober im Autohaus Michel. Auch wenn er einigen unter seinem Seriennamen »Overbeck« bekannt ist, kommt er am 24. Oktober als Roland Jankowsky nach Gießen, bei Betten Lenth liest der »Bond von Münster« skurrile Kurzkrimis. 450 Plätze im Kinopolis soll Til Schweiger am 25. Oktober füllen. Er liest aus dem Erstlingswerk »Eulenkopf« von Charly Weller, der bereits mit Schweiger drehte und heute Videos für die Internetseite der GAZ macht. Dieser alten Bekanntschaft ist es zu verdanken, dass Schweiger kommt. Zudem zeigt das Kinopolis am 20. Oktober die Preview des Films »Wir waren Könige«, einige Darsteller sind eingeladen, wer von ihnen den Weg nach Gießen findet, wird noch bekannt gegeben.

Tödliche Geschichten aus Gießen

Doch auch neben Publikumsmagneten aus Film und Fernsehen bietet Lischper ein vielseitiges Programm. Mitglieder des Stadttheaterensembles wie Christian Lugehrt sind zum Beispiel dabei. Am 27. September präsentiert er sich »knackig, knusprig, tot« in der Bäckerei Braun, und mit Kollegin Barbara Stollhans stellt er am 14. Oktober tödlich-süße Verführungen in den Mittelpunkt einer Kurzgeschichtenlesung (Art & Office). Schauspielerin Petra Soltau kommt mit fiesen Storys in den Hörsaal des Liebig-Museums (19. Oktober).

In Gießen zu Hause ist Sven Görtz. Bei einer Premiere stellt er den neuen Krimi seiner Bad-Löwenau-Reihe vor (30. September, Mathematikum). Umgekehrt ist es bei Sascha Gutzeit: Der lebt zwar nicht hier, bringt aber seinen Ermittler in die Stadt. »Endstation Gießen«, heißt das Werk, das er am 19. Oktober im Netanya-Saal erstmals präsentiert. Einen regionalen Tatort hat sich auch Uli Aechtner aus der Wetterau ausgesucht: »Keltenzorn« führt auf den Glauberg (5. Oktober, Netanya-Saal).

Spannend wird es mit Roland Kalweit und Danny Richter alias Mowtown Theater. Zum einen, weil sie Klassiker zelebrieren, Edgar Wallace (1. Oktober, Netanya-Saal) und die »Drei ???« (16. Oktober, Spielwaren Fuhr), zum anderen, weil sie sich gerne Verstärkung aus dem Publikum holen. »Mord und Totlach« will Autor Ralf Kramp am 3. Oktober im Netanya-Saal servieren, und die skandinavische Autorin Anna Grue liest einen Text über »die Kunst zu sterben« – auf Dänisch. Als deutsche Stimme steht ihr Roman Kurzt zur Seite (6. Oktober, Mathematikum).

Düsseldorfer Polizisten, die in ihrer Freizeit Krimis schreiben, besuchen am 8. Oktober das Polizeipräsidium. Mit »Ostfriesenfeuer« kommt Klaus-Peter Wolf am 11. Oktober ins Mathematikum, Kurzkrimis »zum Leben und Sterben« gibt es am 12. Oktober in der katholischen Pfarrei St. Thomas Morus, wenn Schauspieler Harald Pfeiffer begleitet von Kirchenmusik liest. Ein Neuling in der Krimiszene ist Markus Niebios, der seinen Erstling »Kopflos im Kofferraum« vorstellt (12. Oktober, Klimbim).

Keine Lesung, dafür »Mordsempfehlungen« geben Fachleute aus dem Literaturbetrieb am 13. Oktober in der Stadtbibliothek. Ihren Krimi »Chablis« stellt Ulrike Dömkes am 18. Oktober in Jaques’ Wein-Depot vor. »Kommen Sie in schwarz« verlangen Kai Engelmann und Helm van Harm, wenn sie am 21. Oktober im Bestattungshaus Kümmel in Wieseck lesen – weil viel gestorben wird.

Zum offiziellen Abschluss wird es noch mal klassisch: »Der Hund von Baskerville« wird in einem von der THM präsentierten Live-Hörspiel von HR3-Moderatoren am 26. Oktober im Konzertsaal des Rathauses dargeboten. Doch weil das Literarische Zentrum erst nach dem Festival seinen Geburtstag feiert, gibt es einen Nachschlag: Ralf Kramp und Sascha Gutzeit zeigen am 11. November eine Krimifarce im Netanya-Saal.

Neben den 30 Veranstaltungen, die in Gießen über die Bühne gehen, finden weiter 13 in Grünberg, Laubach, Hüttenberg, Hungen, Lollar und Wettenberg statt, eine Übersicht erfolgt im Kreisteil dieser Zeitung.

Wer selbst einen Krimi zu Papier bringen möchte, kann am Schreibwettbewerb »Mordsdichter« dieser Zeitung teilnehmen. Einsendeschluss ist der 29. September. Roland Jankowsky stellt den Preisträger-Titel am 26. Oktober vor.

Karten für das Festival gibt es ab Samstag unter anderem in der Geschäftsstelle der GAZ (Kirchenplatz). Weitere Infos unter www.giessen.krimifestival.de sowie in den ausliegenden Programmheften. sda

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