Ev. Kirche gegen verkaufsoffene Sonntage

Gießen (pm). Die Evangelische Kirche wendet sich grundsätzlich gegen mehr verkaufsoffene Sonntage in Gießen und wird die Gründung der lokalen "Allianz für den freien Sonntag" unterstützen. Angesichts der einmaligen Situation während der Landesgartenschau wird sich die Kirche aber den vorgesehenen zusätzlichen vier Sonntagsöffnungen in diesem Jahr nicht widersetzen.

Das haben die Vertreter der 29 Kirchengemeinden sowie kirchlicher Einrichtungen aus Gießen und dem Umland bei ihrer Synodaltagung am Freitagabend in der Petruskirche beschlossen.

Bislang gibt es in Gießen bereits vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr. Die Kirchenvertreter plädierten für eine Gestaltung des Sonntags, "der für möglichst viele Menschen die Sonntagsruhe gewährleistet". Sie forderten einen "Sonntagsschutzbericht" für die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz, der aufzeigen soll, wie häufig es in diesen Bundesländern Sonntagsöffnungen gebe. Die Kirchenvertreter begrüßten die gerichtliche Überprüfung der Rechtmäßigkeit der in Gießen am 5. Januar erfolgten Sonntagsöffnung. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat eine entsprechende Klage eingereicht (die GAZ berichtete).

Das Kirchenparlament des Evangelischen Dekanats bestimmte Klaus Weißgerber, Pfarrer für Gesellschaftliche Verantwortung, als ihren Vertreter in der geplanten "Allianz für den freien Sonntag".

Die Gemeindevertreter haben außerdem den Dekanatshaushalt für das Jahr 2014 bewilligt. Die für Aufgaben und Tätigkeitsfelder des Dekanats vorgesehenen Mittel betragen rund 2,8 Millionen Euro. Damit werden etwa die Seelsorge in den Krankenhäusern und für Flüchtlinge, die Behindertenarbeit sowie Jugendarbeit und Kirchenmusik gefördert. Der Dekanatsvorsitzende, Gerhard Schulze-Velmede, wies darauf hin, das aus dem Haushalt auch die öffentliche Präsenz der Kirche unterstützt wird, beispielsweise durch die Mitwirkung an der LichtKirche auf der Gartenschau oder Begleitveranstaltungen am Kirchenplatz.

Das Gesamtvolumen für die 20 evangelischen Kindertageseinrichtungen in und um Gießen beträgt 13 Millionen Euro. Nach Angaben des Geschäftsführers des Fachbereichs, Thomas Dörr, ist die Ev. Kirche größter Kita-Träger in der Region. Über 200 Erzieherinnen und Erzieher betreuen über 1500 Kinder vom Krippenalter bis 14 Jahre und unterstützen Eltern in der Erziehung.

Die Synode stimmte auch einem Konzept für die evangelische Jugendarbeit zu. Das Dekanat und die von ihm angestellten Referenten und Gemeindepädagogen sollen künftig vor allem bereits aktive und lebendige evangelische Jugendarbeit in Gemeinden, Schulen oder Einrichtungen begleiten, unterstützen und sie miteinander vernetzen.Die unbesetzte Stelle des Stadtjugendpfarrers soll im Lauf des Jahres wieder besetzt werden, kündigte der stellvertretende Dekan, Pfarrer Andreas Specht, an.

Magistrat will 2014 acht verkaufsoffene Sonntage Zehntausende bei "Neujahrsbegrüßung" Grünes Licht für "Neujahrsbegrüßung" Ver.di klagt gegen Sonntagsöffnung

Quelle: Gießener Allgemeine

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