Kampf zweier Männer

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Gießen (mm). Es ist eine Premiere. Und eine Uraufführung obendrein. Zum ersten Mal in seiner Geschichte zeigt das Stadttheater eine Oper, die eigens für das Haus am Berliner Platz komponiert wurde: "Alp Arslan". Richard van Schoor hat ein zeitgenössisches Werk geschaffen, das sich den Mechanismen menschlicher Gewalt über Klänge annähert. Librettist Willem Bruls spricht von einem Requiem auf die syrische Stadt Aleppo. Der Orient lässt also grüßen. Uraufführung unter der musikalischen Leitung des stellvertretenden Generalmusikdirektors Jan Hoffmann ist am kommenden Samstag, 4. Mai, um 19.30 Uhr im Großen Haus.

Gießen (mm). Es ist eine Premiere. Und eine Uraufführung obendrein. Zum ersten Mal in seiner Geschichte zeigt das Stadttheater eine Oper, die eigens für das Haus am Berliner Platz komponiert wurde: "Alp Arslan". Richard van Schoor hat ein zeitgenössisches Werk geschaffen, das sich den Mechanismen menschlicher Gewalt über Klänge annähert. Librettist Willem Bruls spricht von einem Requiem auf die syrische Stadt Aleppo. Der Orient lässt also grüßen. Uraufführung unter der musikalischen Leitung des stellvertretenden Generalmusikdirektors Jan Hoffmann ist am kommenden Samstag, 4. Mai, um 19.30 Uhr im Großen Haus.

Van Schoor und Bruls erzählen in ihrem 100-minütigen Auftragswerk eine Geschichte zwischen Historie und Gegenwart, in der die Emotionen groß und die Politik beschwerlich erscheinen. Im Aleppo des Jahres 1113 kommt der erst 16-jährige Alp Arslan an die Macht. Während der blutigen Kämpfe zwischen Christen, Türken, Kurden und Arabern versucht der junge Sultan, zu sich selbst zu finden. Als einziger Verbündeter bietet sich ihm Loulou an, der verhasste Eunuch und mächtige Berater seines Vaters.

Regisseurin Cathérine Miville zeichnet "Alp Arslan" als eine Geschichte voller Dramatik. "Es ist der Kampf zweier Männer, mit einem Showdown und nur einem Überlebenden", sagte sie während der Pressekonferenz im Stadttheater. Auch wenn die Oper einen historischen Stoff behandelt, wagt die Inszenierung der Intendantin den Brückenschlag von den mittelalterlichen Kreuzzügen bis zu den heutigen Auseinandersetzungen im Nahen Osten.

Für den Dialog zwischen den Epochen hat Marc Jungreithmeier einen Bühnenraum entworfen, der aufs Orientalische setzt, Videoeinspielungen und Wüstensand inklusive. Monika Gora liefert dazu eine Garderobe, die in Material und Schnitt Tradition und Gegenwart verbindet. Von "Baumwolle, Seide und Leinen" sprach die Kostümbildnerin am Sonntag während der Matinee zur Oper.

"Zwischen den Welten" bewegt sich die Musik von van Schoor. Er verknüpft das Spiel syrischer Musiker auf traditionellen Instrumenten mit dem Klang des Orchesters und des Chors des Stadttheaters und verarbeitet auch musikalische Einflüsse aus dem Nahen Osten. Seine Polyphonie und Polyrhythmik spürt den seelischen Nöten der Figuren nach und ringt den Sängern ein breites Spektrum ab. Vom Publikum verlangt der Sound Nehmerqualitäten. Die von syrisch-orthodoxen Gesängen inspirierten Chorszenen steuern eine eigene Klangfarbe in Form von Vierteltönen bei. Die Solisten üben sich in besonderen Formen der Glissandi. Dirigent Hoffmann wird im Graben im Wechsel mit Kapellmeister Martin Spahr alle Hände voll zu tun haben, damit die musikalische Vielfalt ausgereift zutage tritt.

Die Gesangspartien sind den Solisten auf den Leib geschrieben. Der junge spanische Tenor Daniel Arnaldos singt die Titelpartie. Sein Gießen-Debüt gibt der in Kapstadt geborene Countertenor Denis Lakey in der Rolle des verräterischen Eunuchen. Die Altistin Rena Kleifeld, am Sonntag bereits bestens disponiert, war 2013 in "Polyxena" und 2014 als Mary in "Der fliegende Holländer" in Gießen zu erleben. Sie gibt die Großmutter in einer außergewöhnlich tiefen Lage. Mit von der Partie sind außerdem der aus der Oper "Gegen die Wand" bekannte Bass Tuncay Kurtoglu sowie Marie Seidler und Tomi Wendt vom Ensemble des Hauses. Weitere Vorstellungen sind am 10. und 23. Mai sowie am 7., 21. und 30. Juni.

Quelle: Gießener Allgemeine

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