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175 Jahre Liebigschule: Gelungene Jubiläumsshow

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Gießen (pd). Wenn eine Schule ihren 175. Geburtstag feiert, kann man die Gratulation schon einmal salopp mit den Worten »Glückwunsch, altes Haus!« beginnen. Was das Gymnasium, das sich dieses Motto ausgesucht hatte, am Dienstag- und Mittwochabend den jeweils 900 Zuschauern in der Kongresshalle präsentierte, erweckt eher den Eindruck, als habe das 175-jährige Geburtstagskind gerade eine Frischzellenkur absolviert. Bei der Jubiläums-Show präsentierte sich die Schulgemeinde von ihrer allerbesten Seite.

Gießen (pd). Wenn eine Schule ihren 175. Geburtstag feiert, kann man die Gratulation schon einmal salopp mit den Worten »Glückwunsch, altes Haus!« beginnen. Was das Gymnasium, das sich dieses Motto ausgesucht hatte, am Dienstag- und Mittwochabend den jeweils 900 Zuschauern in der Kongresshalle präsentierte, erweckt eher den Eindruck, als habe das 175-jährige Geburtstagskind gerade eine Frischzellenkur absolviert. Bei der Jubiläums-Show präsentierte sich die Schulgemeinde von ihrer allerbesten Seite.

Das begann beim musikalischen »Warm up« mit Musiklehrer Peter Schmitt, setzte sich fort über die »Katzenlieder« der Chöre aus den Klassen 5 und 6 und sollte mit den sportlichen Darbietungen unter dem Titel »Aktive Pause« noch lange nicht vorbei sein. Kein Wunder, dass Direktor Dr. Carsten Scherließ am Ende der gut dreistündigen Veranstaltung bekräftigte: »Ich bin dankbar und stolz, Schulleiter an dieser Schule sein zu dürfen.

« Neun Programmpunkte bot die Lio dem Kongresshallen-Publikum, darüber hinaus gab es im Foyer Live-Musik und Kunst, der Förderverein informierte über seine Arbeit, und die Schülerfirma »BEM« bot Jubiläumsartikel an.

Dass an der Liebigschule außer Sprachen, Sport, Kunst und Musik auch Mathematik und Naturwissenschaften einen Schwerpunkt bilden, unterstrich das »MINT-Spektakel«, das ein Feuerwerk im wahren Wortsinn präsentierte. Physik- und Chemielehrer mixten Cocktails, die je nach Gusto die Farbe wechseln, zu den Klängen von »Es gibt kein Bier auf Hawaii« war naturwissenschaftliches Brauen angesagt. Und das Erdbeereis zum Nachtisch durfte ebenso wenig fehlen wie die spektakuläre Vorführung im Faraday’schen Käfig, der Ritter im Kettenhemd, der diesen Käfig als Berufskleidung trug, oder der Tanz der stehenden Wellen. Ein spektakulärer Feuertornado leitete über zur musikalisch untermalten Behauptung »Mathe kann doch jeder«.

»Irre, was diese Schule und ihre Schüler hier auf die Beine stellen«, gratulierte ein im Programm als Überraschungsgast angekündigter Akteur. Heinz-Jörg Ebert ist als ehemaliger Herderschüler zwar kein Langzeitkenner der Lio-Verhältnisse, der langanhaltende Beifall der Zuschauer war dem »singenden Schuhhändler« nach seiner Gratulation in Liedform (»Yesterday«, »The impossible dream« und »Nessun dorma«) aber gewiss. Was die Lio als Schulsportzentren in Sachen Sport und Gesundheit zu bieten hat, wurde anschließend unter dem Titel »Let’s dance« und später bei der »aktiven Pause« demonstriert. Bei Step Aerobic, Keulengymnastik, Seilspringen, Tischtennis, Fußball, Basketball und Turnen wurde es nicht nur dem Publikum warm ums Herz.

Elvis mit neuer Identität

Dass Elvis lebt und sich eine neue Identität als Englischlehrer an der Liebigschule zugelegt hat, verriet Annette Richter, die mit Dr. Arnd Hogrefe ein souveränes Moderatoren-Tandem bildete, den Zuschauern. Den Beweis für diese Behauptung trat Andreas Zulauf an. Er sang Lieder wie »In the ghetto« und »Hound dog« und schwang dabei die Hüften wie einst der »King of Rock’n’Roll«.

»So haben Sie Romeo und Julia noch nie gesehen«, versprach Hogrefe den Besuchern. Tatsächlich wurde der Klassiker um das verhinderte Liebespaar bei »Romeo und Julia international« in verwegenen Variationen gezeigt. Die reichten von der römischen Variante über die Besetzung mit David und »Spice Girl« Victoria Beckham, eine Dulcinea/Carmen-Version bis zum deutsch-französischen Traumpaar »Merkozy«. Welche Effekte man mit Leuchtstäben und rotierenden Kugeln erzielen kann, zeigten zwei ehemalige Liebigschüler mit ihrer Akrobatik-Jonglage. Elegant gestaltete sich auch das Finale mit dem Lio-Tango-Ensemble. Dass die Schule ihr »Ziel 175« schon beinahe zur Hälfte erreicht hat, verdeutliche Scherließ zum Ende der Feier.

»Wir hätten gern eine zweite Cafeteria«, umriss der Direktor das Ziel der Schule, angesichts der kontinuierlichen Entwicklung in Richtung Ganztagsschule 175 000 Euro an Spenden zu sammeln. Nächstes Jahr soll das Projekt in Angriff genommen werden. »Wir schaffen das«, sagte der Schulleiter zum Abschluss.

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