Interview mit Eva Lind

Von Callas-Spots in der Mailänder Scala berichtet Sängerin Eva Lind im Interview. Am 9. April wird sie gemeinsam mit Gunther Emmerlich beim Frühlingskonzert in der Kongresshalle auftreten.

Im Rahmen des Programms »Frühling im Herzen« steht Eva Lind am 9. April ab 20 Uhr mit Moderator und Sänger Gunther Emmerlich in der Kongresshalle auf der Bühne. Im Interview spricht die Künstlerin, die als Opernsängerin schon in internationalen Häusern wie der Mailänder Scala, der Deutschen Oper in Berlin oder dem Opera House in Shanghai aufgetreten ist, über ihre Laufbahn, das Gastspiel in der Scala und das Konzert in Gießen.

Frau Lind, von Beruf und Karriere einmal abgesehen: Ist die Musik Ihr Lebenselixier?

Eva Lind: Na, das kann ich bejahen (lacht). Immer schon gewesen.

Ihre musikalische Laufbahn ist beachtlich. Gibt es etwas, das Sie besonders geprägt hat?

Eva Lind: Ja, so vieles. Ich weiß gar nicht, wo ich da anfangen soll. Also natürlich meine tollen Lehrerinnen, die ich hatte - Wilma Lipp, Marta Lantieri. Denen habe ich unendlich viel zu verdanken. Dann auch tolle Kollegen. Also ich habe unendlich viel gelernt von Plácido Domingo oder José Carreras, die mir gerade in der Anfangszeit sehr viel gezeigt haben und beigebracht haben, Tipps gegeben haben. Und dann auch einfach Sachen, die man sich selbst erarbeitet: Learning by doing.

Was meinen Sie mit Learning by doing?

Eva Lind: Na ja, also zum Beispiel wie man sich auf der Bühne bewegt und diese ganzen Sachen. Ich meine, man hat Schauspielunterricht, aber wenn man dann mit richtig tollen Regisseuren arbeitet - also ich hatte das Glück mit Jean-Pierre Ponnelle oder Werner Herzog arbeiten zu dürfen - und da lernt man auch fürs Leben.

Was für ein Gefühl ist es, in der Mailänder Scala auf der Bühne zu stehen?

Eva Lind: (lacht) Es ist zum einen unglaublich aufregend. Also ich habe da Nächte lang schlecht geschlafen, vorher natürlich, bei meinem ersten Auftritt dort. Und dann ein unglaublich schönes Gefühl. Also für mich ist es ja das schönste Opernhaus der Welt. Und das Interessante dort ist: Es gibt kein anderes Opernhaus, wo die Akustik so unterschiedlich ist an den verschiedenen Stellen auf der Bühne. Also da gibt's zum Beispiel den Callas-Spot, dann gibt's den Domingo-Spot, dann gibt's den, was weiß ich, den Caruso-Spot. Und wirklich, wenn man einen halben Meter weiter weggeht von dem Callas-Spot meinetwegen, dann klingt die Stimme völlig anders. Das ist total interessant. Also ich habe mich halt dann an den Callas-Spot gehalten und habe gedacht: Da kann nicht viel schiefgehen.

Mal angenommen: Eine längere Arbeitsphase ist gerade vorbei und ein erster freier Tag steht an. Was tun Sie?

Eva Lind: Ausschlafen.

Haben Sie besondere Hobbys oder etwas, das Sie tun, um auszuspannen?

Eva Lind: Ich gehe leidenschaftlich gern ins Kino. Ich treffe mich gern mit Freunden, ich lese viel, ich gehe gern in Museen. Also so ganz normal.

Sie stehen mit Gunther Emmerlich am 9. April in Gießen mit dem Programm »Frühling im Herzen« auf der Bühne. Was erwartet die Musikfreunde?

Eva Lind: Die schönsten Frühlingslieder, also von »Komm lieber Mai und mache« bis zum berühmten »Frühlingsstimmenwalzer«. Dazwischen gibt's heitere Geschichten, Texte, Moderationen von uns - also es ist ein bunter Frühlingsstrauß.

Nehmen wir an, Sie hätten drei Wünsche frei: Was wünschen Sie sich für Ihren Auftritt in Gießen?

Ein volles Haus, gute Stimmung. Lassen Sie mich mal überlegen. Was wünschen wir uns noch? (lacht). Frühlingswetter passend zum Programm.

Das Interview führte Stephan Scholz.

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