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Heimatkunde heute

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Von: Redaktion

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Die Reihe »Eine(r) liest« in den Marktlauben geht ins zwölfte Jahr. Das Programm hat sich bewährt: Vor allem regionale Autoren treten hier auf und können sich ihrem Publikum präsentieren. Los geht es im Mai.

Noch eine Gießener Veranstaltungsreihe, die auf eine stolze Traditionslinie zurückblicken kann. Es sei von Anfang an »ein niederschwelliges Angebot« gewesen, betont Kulturamtsmitarbeiterin Annette Eidmann, die die Initiative des Literaturvermittlers Uwe Lischper all die Jahre unterstützend begleitet. Der neue Kulturamtsleiter Stefan Neubacher freut sich beim Pressegespräch auf seinen erstmaligen Besuch bei »Eine(r) liest«, »eine tolle Belebung des Stadtraums«, findet er.

Die Lesungen dauern eine gute Stunde. Zeitraum ist von Mai bis Oktober an jedem ersten Sonntagvormittag. Die Marktlaubenstraße wird freigehalten, mit Tischen für den privaten Büchermarkt und mit Bänken für die Besucher der Lesung bestückt.

In diesem Jahr ist »Heimat« ein Schwerpunktthema, was bekanntlich sehr komplex und emotional angereichert ist. Am 5. Mai um 11.30 Uhr geht’s los. Stammgast Christian Lugerth, Schauspieler, Regisseur und Musiker, liest Texte, die er gemeinsam mit Lischper ausgesucht hat.

Am 2. Juni gibt es eine »Märchenstunde mit Sascha …«, hier kommen auch die Kleinen ab sechs Jahren auf ihre Kosten. Der Autor und Musiker Sascha Gutzeit ist bekannt für seine unblutigen Kinderkrimis, auch Märchen erzählt er als unblutige Stories.

Am 7. Juli präsentiert das Literarische Zentrum Gießen schon traditionsgemäß die OVAG-Literaturpreisträger 2018. Vier von ihnen werden ihre Kurzgeschichten unter dem Motto »Jung, flott, frisch …“ vorstellen: Timothy Brian Heinles, Nele Klatte, Mascha Seip und Patrizia Krug.

Am 4. August ist der hr-Moderator und Wettermann Tim Frühling zu Gast. Er liest Geschichten aus seinem neuesten Buch »111 Orte in Mittelhessen«, natürlich stellt er immer andere Orte vor. Das ist Heimatkunde der heutigen Art.

Am 1. September geht’s flusswärts weiter. »Mein Mississippi ist die Lahn« behaupten vier regional verortete Autoren und Autorinnen in 17 Geschichten. Das sind Regina Appel, Martina Grundke, Sibylle Merkel und Hermann Henn.

Der letzte Lesungssonntag wird spannend. Am 6. Oktober findet er wetterbedingt im benachbarten Netanyasaal im Alten Schloss statt. Der Saal ist im Übrigen an allen Terminen das Ausweichquartier. Robert C. Marley liest aus seinem neuesten Krimi »Inspektor Swanson und der Fall Jack the Ripper«, der im Londoner East End, im Jahr 1888 angesiedelt ist. Sogar Oscar Wilde und Lewis Carroll geraten in den Dunstkreis der Ermittlungen.

Der Autor ist auch Sprecher für Hörbücher und in der Werbung, unter seinem Pseudonym hat er sich dem viktorianischen Kriminalroman verschrieben. Wer also trotz Brexit-Chaos weiterhin auf »very british« steht, ist hier am richtigen Platz.

»Natürlich gibt’s an diesem öffentlichen Ort auch Nebengeräusche, aber die werden quasi integriert.«, sagt Lischper. Denn es sei eine »lockere und entspannte Veranstaltung«, bei der man problemlos auch früher weggehen könne, falls ein anderer Termin ruft. Aber da die Käsekiste weiterhin für die weinhaltige Verköstigung sorgt (gegen Spenden!), geschieht dies eher selten. Auch die Pizzeria an der Ecke freut sich über die besondere Veranstaltung. Und die Stammbesucher stehen schon in den Startlöchern.

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