+
Sehen der Zeugnisausgabe entspannt entgegen: Meike und Jonathan von der Herderschule. (Foto: Schepp)

Halbjahreszeugnis: Manchen dient es als "Warnschuss"

Gießen (pd). Mit der letzten Woche im Januar endet traditionell das Schulhalbjahr. Und am Ende des Halbjahres gibt es Zeugnisse. Nicht für alle Schüler ist der Blick auf die Beurteilung, die sie an diesem Freitag in Empfang nehmen, ein Vergnügen.

"Die Alarmglocken müssen aber auch nicht schrillen", beruhigt Heinz Kipp. Schüler und Eltern sollten die Zeugnisse vor Beginn des zweiten Halbjahrs als eine Art Zwischenbilanz sehen.

Diese Einschätzung teilen Meike Brinkmann und Jonathan Beyer. Die beiden 14-jährigen Herderschüler blicken der Zeugnisausgabe, die wegen der Präsentation der Projektwoche für die Neuntklässler am Gymnasium erst am Samstag ansteht, ohne größere Nervosität entgegen. "Die meisten Noten sind sowieso keine Überraschung", berichtet Meike, dass ein Großteil der Lehrer die Zensuren im Vorfeld mit der Klasse bespricht. Manche lesen die Note einfach vor, andere machen sich die Mühe, die Zensur im Einzelgespräch vor dem Klassensaal im Flur zu erörtern, mitunter findet die Notenbesprechung mit der kompletten Klasse statt, erläutert die Wieseckerin.

Auch Jonathan sieht das Halbjahreszeugnis als Zwischenstand, "damit jeder weiß, woran er ist". Nach der Erfahrung des Heuchelheimers geben viele Lehrer beim Zeugnis Ende Januar im Zweifelsfall die schlechtere Note. Mit diesem "Warnschuss" wollten die Pädagogen bewirken, dass sich der oder die Betroffene bis zu den Sommerferien noch einmal richtig anstrengt. Tatsächlich haben die beiden Neuntklässler festgestellt, dass die Noten im Halbjahreszeugnis als Motivationshilfe dienen können. "Bei manchen Lehrern fragt man sich aber auch, wie sie auf die jeweilige Note kommen", übt Meike Kritik am System der Zensurenvergabe.

Sonderfall Abschlussklasse

"Es bleibt auf jeden Fall Zeit zum Nachsteuern", sagt Schulamtsleiter Kipp mit Blick auf das zweite Schulhalbjahr, das diesmal von Anfang Februar bis Ende Juli und damit besonders lang dauert. Das Halbjahreszeugnis solle gezielte Hinweise auf die Stärken und Schwächen von Schülern geben, so der Schulamtsdirektor. "Es macht darauf aufmerksam, wo es Probleme gibt und wo in den kommenden Monaten gezielte Anstrengungen notwendig sind."

Eine größere Bedeutung könne diesem Zeugnis allerdings in Abgangsklassen zukommen. In solchen Fällen verlangten potenzielle Arbeitgeber oft, dass das Halbjahreszeugnis den Unterlagen für einen Ausbildungsplatz beigefügt werde. "Dann wird diese Beurteilung zum Bewerbungszeugnis."

Bei weitergehenden Fragen zum Halbjahreszeugnis empfiehlt Kipp das Gespräch mit dem Klassenlehrer oder der Schulleitung. Auch der schulpsychologische Dienst des Schulamtes stehe Schülern und Eltern bei Sorgen und Problemen zur Verfügung.

Quelle: Gießener Allgemeine

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare