"Hagen hilft" Gießener Geschäftsfrau

Gießen (jri). "In der Dern-Passage sehe ich keine Zukunft für Frau Robbins." Stefan Hagens Worte sind deutlich. Der Unternehmer-Berater, der mit seiner Sendung "Hagen hilft" auf "Kabel 1" nach eigenen Angaben schon über 30 Kleinbetriebe vor der Insolvenz gerettet hat, ist nun einem Hilferuf aus Gießen gefolgt.

Die Besitzerin von "3-D-Dessous" in der Dern-Passage, Daniela Robbins, bat Hagen in ihrer Verzweiflung um Rat. "Ich stehe kurz vor der Pleite. An manchen Tagen sind nicht mehr als zwei Kunden in meinem Geschäft. Schon seit einem halben Jahr kann ich mir kein Gehalt mehr bezahlen, meine Einnahmen reichen derzeit kaum für Telefon und Strom", berichtet sie.

Als Robbins den Dessous-Laden im November 2007 mit ihrer Geschäftspartnerin Dorothee Meyer eröffnete, "war die Dern-Passage noch voll vermietet, und wir hatten ein richtig gutes Weihnachtsgeschäft", sagt die 50-jährige Geschäftsfrau. Doch dann zogen nacheinander sechs Mieter aus der Passage aus - darunter eine beliebte Eisdiele, ein Reisebüro, ein Lederladen und kürzlich auch noch der Hauptmieter "Olymp & Hades", ein Bekleidungsgeschäft. Nachfolger gab es nicht, die Leerstände und Baustellen in dem 3755 Quadratmeter großen Center nahmen zu.

Die Situation in der 26 Millionen Euro teuren Passage, die im Jahr 1993 gebaut, im jahr 2000 zwangsversteigert wurde und seit 2006 dem Frankfurter Unternehmen "Lohnbach Investment Partners GmbH" gehört, hatte die Gießener Allgemeine bereits vor einigen Wochen ausführlich berichtet.

Stefan Hagen, der mit seinem Team für mehrere Drehtage in Gießen weilt, ist vom Zustand der Dern-Passage erschüttert: "Wenn ich Wirtschaftsförderer dieser Stadt wäre, würde ich sofort Alarm schlagen. Das Objekt wird in absehbarer Zeit völlig tot sein, wenn es so weitergeht." Der Berater vermisst vor allem ein Center-Management, ein durchdachtes Konzept und Maßnahmen zur Wiederbelebung der Passage, die derzeit im Prinzip nur als überdachter Durchgang von der Bahnhofstraße zum Seltersweg genutzt werde.

An einem anderen Standort sieht der Unternehmer-Berater durchaus Chancen für Robbins Dessous-Geschäft: "Die Qualität der Ware und der Service sind spitze, die Atmosphäre und die Sauberkeit im Laden sind top", hat Hagen ermittelt. Doch Robbins ist noch für 20 Monate an ihren Mietvertrag gebunden. Bis dahin, so Hagens erste Idee, könnte Robbins zusätzlich einen Versandhandel im Internet eröffnen. Weitere Maßnahmen zur Abwendung der Insolvenz will er in den kommenden Tagen mit seinem Beraterteam besprechen und noch nicht verraten.

"Ich fühle mich jetzt nicht mehr so allein gelassen und habe etwas Auftrieb", löste die Anwesenheit des Fernseh-Beraters bei Robbins immerhin ein wenig neue Zuversicht aus. Gesendet wird ihr "Fall" bei "Hagen hilft", das immer donnerstags um 21.15 Uhr auf Kabel 1 läuft, voraussichtlich am 26. Februar oder am 5. März.

Meisterschale auch für die 2. Bundesliga

Quelle: Gießener Allgemeine

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