Gutachter bestätigt VfB 1900: Tribüne nicht fachgerecht

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Schon seit 2009 offiziell gesperrt ist die Stehtribüne, die im Herbst 2008 neben dem Kunstrasenplatz auf dem Uni-Sportgelände hinter dem Waldstadion errichtet worden war. Denn an mehreren Stellen sind die Stufen aufgrund mangelhafter Bauausführung zerbrochen. Doch noch immer ist nicht klar, wann der Schaden behoben wird und wer für die Kosten von 55 000 Euro aufzukommen hat. Immerhin: Das Bauunternehmen wurde im letzten Jahr zu einem Schadensersatz von 40 Prozent verurteilt, das sind 22 000 Euro. Weitere 25 Prozent begehrt der VfB 1900 Gießen als Bauherr vom Projektsteuerer. Auf dem Weg zu diesem Ziel ist der Verein am Dienstag ein Stück vorangekommen: Ein Gutachter bestätigte, dass die verwendeten U-Betonsteine für diesen Zweck eher nicht geeignet waren.

Schon seit 2009 offiziell gesperrt ist die Stehtribüne, die im Herbst 2008 neben dem Kunstrasenplatz auf dem Uni-Sportgelände hinter dem Waldstadion errichtet worden war. Denn an mehreren Stellen sind die Stufen aufgrund mangelhafter Bauausführung zerbrochen. Doch noch immer ist nicht klar, wann der Schaden behoben wird und wer für die Kosten von 55 000 Euro aufzukommen hat. Immerhin: Das Bauunternehmen wurde im letzten Jahr zu einem Schadensersatz von 40 Prozent verurteilt, das sind 22 000 Euro. Weitere 25 Prozent begehrt der VfB 1900 Gießen als Bauherr vom Projektsteuerer. Auf dem Weg zu diesem Ziel ist der Verein am Dienstag ein Stück vorangekommen: Ein Gutachter bestätigte, dass die verwendeten U-Betonsteine für diesen Zweck eher nicht geeignet waren.

Das Kernproblem war, dass der VfB 1900 damals nur eine "Hangbefestigung" ausgeschrieben hatte, für die keine Baugenehmigung erforderlich war. Tatsächlich aber war das Ziel eine genehmigungspflichtige Stehtribüne. Der Bauantrag wurde deshalb nachträglich eingereicht, aufgrund der Ausführungsplanung des Projektsteuerers.

Der hatte die Sportstättenbau-Firma beauftragt, für die Errichtung der 100 Meter langen Tribüne vier Reihen mit "Karlsruher Gartensteinen" zu verwenden und sie in ein Betonbett zu legen. Das Fundament war aber offenkundig nicht sachgerecht ausgeführt worden, weshalb schon nach einem Winter erste Schäden aufgetreten waren. Der VfB wirft deshalb dem Planer mangelhafte Überwachung der Bauarbeiten vor.

Urteil steht noch aus

Ein erstes Gutachten war zum Ergebnis gekommen, unten offene U-Steine seien generell nicht als Hangsicherung geeignet. Weil der Sachverständiger aber keine spezielle Erfahrung im Sportstättenbau besaß, hatte das Gericht auf Bitte des Beklagten eine weitere Expertise in Auftrag gegeben.

Viel geholfen hat das dem Projektsteuerer allerdings nicht. Der Landschaftsarchitekt versicherte, man könne solche U-Steine durchaus verwenden, aber nur mit frostsicherer Fundamentierung und besser nicht für eine solch große Anlage. Zumal es schwierig sei, die Hohlräume von der Seite her komplett mit Beton zu verfüllen und diesen zu verdichten; zumindest an den schadhaften Stellen sei dies überhaupt nicht geschehen. Fazit des Gutachters: "Mir wäre diese Bauweise zu heikel gewesen." Er hätte stattdessen die Böschung mit Winkelsteinen abgefangen.

Vor einem Urteil will Richterin Christina Metz den Projektsteuerer und die Bauleiter als Zeugen hören. Erst nach Abschluss des Rechtsstreits wird der VfB seinem Vorsitzendem Harald Wallbott zufolge entscheiden, was aus der Stehtribüne wird. Selbst wenn die volle Schadensersatzsumme erstritten wird, reiche das Geld für Abbruch und Erneuerung der Anlage nicht aus.

Quelle: Gießener Allgemeine

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