Grüne: Tiefgarage unter Brandplatz "nie mit uns"

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Gießen (mö). Mit einer Vertagung des Themas in die nächste Wahlperiode ab 2021 wollte die rot-schwarz-grüne Stadtkoalition ihren Streit über die Zukunft des Brandplatzes beilegen, aber auch in der Sitzung des Stadtparlaments am vergangenen Donnerstag wurden die Meinungsverschiedenheiten erneut deutlich.

Während sich die CDU die Option auf den Bau einer Tiefgarage laut Fraktionschef Klaus Peter Möller erhalten will, kam von den Grünen eine klare, auch in die Zukunft gerichtete Absage. "Eine Tiefgarage unter dem Brandplatz wird es mit uns nie geben", sagte der Stadtverordnete Joachim Grußdorf in der Debatte um das langfristig angelegte Stadtentwicklungsprojekt "Grüner Anlagenring". Darin ist der Bau einer Tiefgarage "mit intensiver Dachbegrünung" unterm Brandplatz ab dem Jahr 2028 vorgesehen.

CDU-Bürgermeister Peter Neidel verteidigte seinen Vorstoß für die Tiefgarage auch mit Hinweis auf die Stellungnahme der drei BID-Innenstadtvereine Seltersweg, Marktquartier und Theaterpark zum Stadtverkehr. Es würde durch die Tiefgarage nicht mehr Parkplätze in der Innenstadt geben, vielmehr könnte man die Parkplätze am Straßenrand, die Park-Such-Verkehr verursachten, unter die Erde bringen und ans Parkleitsystem anschließen, argumentierte Neidel, der ansonsten mit der Verschiebung der Entscheidung über den Brandplatz leben kann: "In zehn Jahren sind wir schlauer." In der SPD gebe es eine "klare Ablehnung" der Tiefgarage, erklärte Fraktionschef Christopher Nübel. Dass die Prosperität der City an der Erreichbarkeit mit dem Pkw hänge, glaubt Nübel nicht. Eine klare Ansage kam diesbezüglich von den Grünen: "Wir wollen den motorisierten Individualverkehr aus der Innenstadt verbannen", sagte Grußdorf.

Erste Kritik an Verkehrsversuch

Einen Schritt genau in diese Richtung hat nun ausgerechnet Bürgermeister Neidel selbst angekündigt. Wenn im November die Bauarbeiten in der Neustadt abgeschlossen sein werden, sollen die Neustadt aus Richtung Oswaldsgarten sowie die untere Bahnhofstraße im Rahmen eines Verkehrsversuchs zur Einbahnstraße werden. Sie können dann nur noch über den Reichensand erreicht werden. An dem Verkehrsversuch gibt es erste Kritik. Es sei ein Unding, so einen weitreichenden Eingriff in den Straßenverkehr ohne jede Vorinformation der betroffenen Anlieger vorzunehmen, meinte ein Hauseigentümer gegenüber der GAZ. "Man kann doch das Ausbleiben von Beschwerden während einer Bauphase nicht einfach als Zustimmung zu einer vielleicht sogar endgültigen Verkehrsregelung deuten", beschwerte sich der Anrufer über das Vorgehen der Stadt. Zumal es noch offene Fragen wie die nach den Parkplätzen auf der Südseite der Neustadt gebe.

Quelle: Gießener Allgemeine

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