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Überfall auf Eritrea-Festival: Videos erreichen Polizei – auch Taxis beschädigt

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Von: Alexander Gottschalk

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Mit Steinen haben die Angreifer die Eingangspforte der Hessenhallen in Gießen beworfen. © Oliver Schepp

Nach dem Angriff auf das umstrittene Eritrea-Festival in Gießen laufen die Ermittlungen. Die Polizei wendet sich nun erneut an die Öffentlichkeit.

Gießen - Nach den massiven Ausschreitungen im Vorfeld des geplanten eritreischen Kulturfestes in Gießen sind mehrere Hinweise bei den Ermittlern eingegangenen, darunter auch Videos und Bilder. Das teilte die örtliche Polizei am Donnerstag (25. August) mit. Sie hat online ein Hinweisportal eingerichtet, auf dem Zeugen oder Betroffene Videos, Dokumente, Bilder, Beobachtungen oder auch ärztliche Atteste hochladen können: he.hinweisportal.de/eritrea_fest_giessen.

Hinweisgeber müssen dazu auch ein Formular beachten, das auf der Website zu finden ist. Außerdem sei es wichtig, den ergänzenden Fragebogen auszufüllen, wie es vonseiten der Polizei Gießen hieß. Dieser ist unter k.polizei.hessen.de/1711206652 abrufbar und in deutscher und eritreischer Sprache verfügbar.

Gießen: Ausschreitungen bei Eritrea-Festival - auch Taxis beschädigt

Im Zusammenhang mit den Ereignissen an den Hessenhallen in Gießen sollen in der Nacht auf Sonntag (21. August) außerdem mehrere Taxis beschädigt worden sein. Die Kripo bittet betroffene Taxifahrer, sich unter der Telefonnummer 0641/7006-6555 zu melden. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Staatsschutzes bei der Gießener Kriminalpolizei ermittelt.

Etwa 100 Menschen hatten am Samstag (21. August) Aufbauhelfer und Besucher des umstrittenen Eritrea-Festivals in Gießen mit Eisenstangen, Messern und Steinen angegriffen. Es soll sich um mutmaßlich im Exil lebende Gegner des Regimes in Eritrea gehandelt haben. Es gab einen massiven Polizeieinsatz, 33 Personen wurden laut Polizei verletzt, darunter sieben Beamte.

Das eritreische Kulturfest wurde abgesagt. Es stand schon lange in der Kritik: Gegner führten an, das autoritäre Regime nutze die Veranstaltung in Gießen für propagandistische Zwecke. Am Samstag gab es in der Universitätsstadt deshalb eine Gegendemonstration. Ein Kommunalpolitiker der Grünen gerät aufgrund seiner Rolle bei den Protesten zunehmend unter Druck. (red/ag)

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