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Fahrzeuge der MitBus GmbH nehmen am Berliner Platz Fahrgäste auf. Foto: Schepp

Tarifgehalt

Nach Streik: Stehen für Busfahrer in Gießen deutliche Veränderungen an?

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Bei den Gießener Busfahrern ist ein Wechsel in den kommunalen Tarif im Gespräch. Der Magistrat hält sich allerdings noch bedeckt.

Gießen - Diese Nachricht aus Marburg vor zwei Wochen war eine Überraschung: Die Busfahrer der Marburger Verkehrsgesellschaft (MVG) werden zum 1. Januar vom privaten Tarifvertrag in den kommunalen wechseln. Für die Beschäftigten bringt das laut Medienberichten Lohnsteigerungen zwischen 1600 und 6000 Euro pro Jahr, ein Weihnachtsgeld, eine Betriebsrente und mehr Urlaub.

Da sich die Organisation des Stadtbusverkehrs in Marburg und Gießen ähnelt, ist ein solcher Tarifwechsel auch für die rund 150 Beschäftigten der Stadtwerke-Tochter MitBus GmbH im Gespräch. "Der Magistrat ist auf die Entwicklung in Marburg angesprochen worden", bestätigte Stadträtin Astrid Eibelshäuser. Es gebe aber noch keine konkreten Überlegungen in diese Richtung, fügte die Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke Gießen AG hinzu. "Man muss sich ja erst einmal die Verhältnisse in Marburg anschauen und prüfen, welche Konsequenzen so ein Tarifwechsel für uns hier hätte", sagte die SPD-Politikerin.

Gießen: Tarifwechsel für Busfahrer wie in Marburg?

Klar ist: Einen Tarifwechsel müssten - wie in Marburg - die Busgesellschaft und die Gewerkschaft Verdi aushandeln. Mit der laufenden Tarifauseinandersetzung im privaten hessischen Busgewerbe, die zu einem zweiwöchigen Streik der Busfahrer führte, hat der Tarifwechsel in Marburg nichts zu tun. Streiks sind auch künftig nicht ausgeschlossen, sollten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften über einen neuen kommunalen Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N) nicht einigen können.

Gießen: Linksfraktion hat Tarifwechsel der Busfahrer bereits im Blick

Die Stadtwerke in Marburg, die die steigenden Personalkosten bei ihrer Nahverkehrstochter mit den Gewinnen aus dem Verkauf von Energie auffangen wollen, begründen den Schritt mit Problemen bei der Suche nach Fahrern. "Wir brauchen Fachkräfte, deshalb müssen wir uns die neuen Verträge einfach leisten können", sagte eine Sprecherin dem HR.

Bis vor 17 Jahren gehörten die Gießener Busfahrer dem kommunalen Tarif an, ehe im Zuge der Umwandlung der SWG vom städtischen Eigenbetrieb in eine AG die private Nahverkehrstochter MitBus gegründet wurde, die in den - aus Fahrersicht - schlechteren Tarif des Landesverbands Hessischer Omnibusunternehmer wechselte. Dieser Schritt wurde mit der Wettbewerbsfähigkeit der SWG-Nahverkehrssparte bei der Vergabe von Linien begründet.

Rumgesprochen hat sich die Entwicklung in Marburg auch im Gießener Stadtparlament. Die Linksfraktion hat aktuell beantragt, dass sich der Magistrat bei den Stadtwerken bzw. der MitBus GmbH für eine Prüfung des Tarifwechsels einsetzen soll.

Quelle: Gießener Allgemeine

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