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Mounir Alaou (l.) und Jalil Idrissi sind zwei der drei Besitzer des "Tagine". Foto: Schepp

Gastronomie

Neues Restaurant: Ein kleines Stück Marokko in Gießen

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Drei Ingenieure eröffnen ein Restaurant in der Frankfurter Straße mit Gerichten aus ihrer Heimat.

Gießen - Wer schon mal in Marokko war, der hat sich wahrscheinlich in eines dieser kleinen Restaurants verliebt. Gemütliche Sitzecken mit bunten Kissen, verspielte Ornamente und Mosaiken sowie der Duft von Gewürzen. In dieser Tradition steht auch das neu eröffnete Restaurant "Tagine" an der Frankfurter Straße. Anfang November haben Mounir Alaou, Raschid Salka und Jalil Idrissi ihren Traum von einem eigenen Restaurant mit der Küche ihrer Heimat wahrgemacht.

Neues Restaurant in Gießen: In Marrakesch angefertigt

Wer das "Tagine" nahe des Bahnübergangs betritt, dem fällt zuerst die verspielte Aufgeräumtheit der Einrichtung auf. Es gibt Metall- und Holzmöbel, natürlich eine Sitzecke mit bunten Kissen, die für Marokko so typischen Gemälde und Verzierungen an der Wand, die ein Künstler gestaltet hat, sowie bunte Kacheln mit Ornamenten. Das alles in einem hellen Ambiente und in einer entspannten Atmosphäre. Alaou erzählt, fast alle Elemente der Einrichtung seien in Marrakesch von Handwerkern extra für sie angefertigt worden. "Es ist ein Schmuckstück geworden", sagt er. Seine Augen leuchten dabei.

Das Trio kam zum Studieren nach Deutschland. Alaou und Idrissi sind Ingenieure für Elektrotechnik, Salka Ingenieurinformatiker. Während ihres Studiums hatten die drei Erfahrungen in der Gastronomie gesammelt. Aber nach dem Abschluss sei er nach Frankfurt gezogen, um dort als Elektroingenieur zu arbeiten, erzählt Alaou. Schnell hätten er und seine Familie aber gemerkt, dass sie Gießen vermissen würden. Sie kehrten zurück. In dieser Zeit reifte bei ihm die Idee, ein Restaurant zu eröffnen. In seinem alten Beruf arbeitet der 39-Jährige weiterhin - mit reduzierter Stundenzahl.

Das "Tagine" bietet marokkanische Küche mit regionalen Produkten. Nur die Gewürze und Öle werden aus Marokko importiert. Hier will Alaou mit Frauen-Kooperativen zusammenarbeiten, in denen Marokkanerinnen zu fairen Bedingungen und bei angemessener Bezahlung arbeiten. Alle Gerichte werden selbst gemacht, auf Geschmacksverstärker wird verzichtet. Das Fleisch stammt aus einer Schlachterei in Aßlar, auch das Gemüse soll verstärkt aus der Region kommen. Auf der Karte stehen marokkanische Tapas, die saisonal wechseln. Außerdem Couscous, Lamm-Tagine mit Pflaumen, mit Safran und Zitrone eingelegtes Hühnchen und die traditionelle Suppe der arabischen Küche: die Harira.

Neues Restaurant in Gießen: Couscous und Lamm-Tagine

Das Trio hat bewusst keine Werbung für das Restaurant gemacht. Die Männer wollen es langsam angehen, um noch Veränderungen vornehmen zu können, wenn es nötig erscheint. Bloß nicht zu schnell zu viel. Langfristig soll es sonntags marrokanisches Frühstück geben. Geplant ist auch ein Mittagstischangebot. Außerdem wünscht sich Alaou Ausstellungen von Künstlern. Auf einem kleinen Basar sollen Produkte aus Marokko wie Arganöl verkauft werden. Außerdem möchte das Trio langfristig auf Plastik und Zucker verzichten. Es steckt viel Idealismus im "Tagine". Oder wie Alaou es ausdrückt: "Das Restaurant ist nicht bloß unser Hobby, es ist unsere Erfüllung."

Quelle: Gießener Allgemeine

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