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Auf dem Gelände der Feuerwache könnte in Zukunft ein Parkhaus für Anwohner und ein Ort für die Kreativen der Stadt entstehen. Foto: Schepp

Innenstadtplanung

Gießen: Neue Pläne für Feuerwache Steinstraße - Auch Parkhaus im Gespräch

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Was wird aus der Feuerwache in der Steinstraße? Neben dem Verbleib der freiwilligen Feuerwehr Gießen-Mitte und einer Nutzung durch die Kreativszene ist der Bau eines Parkhauses eine Option.

Gießen - So viel Bewegung zwischen der Einbringung des Stadthaushalts und der geplanten Verabschiedung durch die Stadtverordnetenversammlung am 12. Dezember hat es lange nicht mehr gegeben: Fast 150 zusätzliche Einnahme- und Ausgabepositionen umfassen die Änderungslisten des Magistrats, die Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD) am Montag vorgestellt hat. In den Spalten versteckt sich manche interessante Neuigkeit wie die, dass die Stadt im kommenden Jahr wieder mehr eigene Hilfspolizisten einstellen muss, weil dem privaten Dienstleister Securitas nicht genug Personal zur Verfügung steht.

Erste Ausgaben will die Stadt im kommenden Jahr für die neue Nutzung der Feuerwache an der Steinstraße ausgeben. Um die Einrichtung eines Kreativwerks und Kulturgewerbehofs zu prüfen, wurden zusätzliche 45 000 Euro in den Etat eingestellt. "Die Raumstation 3539 hat ein Nutzungskonzept für einen Teil der Feuerwache vorgelegt", sagte Grabe-Bolz, die Kämmerin und Kulturdezernentin ist.

Gießen: Kulturhof in Steinstraße?

Bekannt ist das Vorhaben der Kulturgenossenschaft seit einem Jahr. Die Raumstation will, stellvertretend für die Gießener Kreativszene, aus der Wache ein bürgernahes Kultur- und Gewerbezentrum machen. Aktuell gibt es etwas Vergleichbares, wenn auch im deutlich kleineren Stil, in der ehemaligen Freikirche in der Georg-Philipp-Gail-Straße. Doch dort ist im kommenden Jahr Schluss. Die "Neue Feuerwache" könnte Abhilfe schaffen. Die Raumstation3539 wünscht sich Platz für Ateliers, Werkstätten, Büros, Veranstaltungs- und Proberäume. Auf allen Ebenen soll "Platz für Innovation, Nachhaltigkeit, Begegnung und Inspiration" sein. Die Genossenschaft spricht von einem "Leuchtfeuer" für die Stadtgesellschaft.

Festhalten will die Stadt offenbar auch an einer Nutzung, auf die sich SPD, CDU und Grüne 2016 bei der Bildung der Kenia-Koalition verständigt hatten. Danach soll auf dem Gelände der Feuerwehr ein Parkhaus errichtet werden. Dieses Vorhaben wurde nun präzisiert, jetzt ist von einem Parkhaus für Anwohner bzw. Dauerparker die Rede. 10 000 Euro stehen für eine Prüfung des Projekts zur Verfügung.

Nicht für Kurzparker

Gesetzt war von Anfang an eine Nutzung durch die Freiwillige Feuerwehr Gießen-Mitte, die in der Steinstraße verbleibt. Die Berufsfeuerwehr wird voraussichtlich in zwei Jahren das neue Gefahrenabwehrzentrum im Gewerbegebiet Alter Flughafen beziehen.

Seit der Haushaltseinbringung Ende September sind Millionen Euro bewegt worden. Erfreulich dabei: Die Stadt muss fast zwei Millionen Euro weniger Kreisumlage zahlen, zudem erhält Gießen 3,7 Millionen Euro mehr aus dem Kommunalen Finanzausgleich. "Leider ist das Geld wie Schnee in der Sonne geschmolzen, weil wir enorme zusätzliche Ausgaben anmelden mussten", erklärte die OB und zählte unter anderem die Umsetzung des Digitalpakts in den Stadtschulen und den zweiten Bauabschnitt bei der Modernisierung der Kongresshalle auf.

Viele weitere Ausgabepositionen betreffen die Digitalisierung des Verkehrs und administrative Maßnahmen zur Erreichung der Klimaneutralität im Jahr 2035.

Quelle: Gießener Allgemeine

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