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Dauert der Streik der Busfahrer in Gießen noch bis Mitte Dezember?

Busfahrer-Streik

Wie lange Busfahrer-Streik in Gießen? Aussage lässt aufhorchen

Die Tarifverhandlungen in der privaten Busbranche in Hessen gelten als gescheitert. Der unbefristete Streik läuft. 

  • Busstreik legt in Gießen Linien 1, 2, 3, 5, 7, 10, 12, 13, 15, 17, 800, 801 und 802 lahm
  • Die Regionallinien (Erletz etc.) sollen nach unseren Informationen fahren
  • Busunternehmer fordern: "Verhandeln statt Fahrgäste in der Winterkälte stehen zu lassen"
  • Verdi hatte den Streik ab Beginn der Frühschicht am Dienstag als unbefristet angekündigt
  • Streik könnte laut Busfahrern in Gießen noch bis Mitte Dezember weiterlaufen

Update, 19.11.2019, 14.47 Uhr: Am ersten Tag des unbefristeten Streiks in der privaten Busbranche Hessen haben sich nach Angaben von Verdi rund 3.100 Busfahrerinnen und Busfahrer beteiligt. Und nun heißt es dort: "Der Streik wird morgen im gleichen Umfang fortgesetzt."

In Gießen liegt der Stadtbusverkehr, der von der Stadtwerke-Tochter Mit.Bus gefahren wird, komplett lahm. Der Regionalverkehr, der von Unternehmen aus dem Landkreis im Auftrag der Verkehrsgesellschaft Oberhessen gefahren wird, rollt wie gewohnt.

Gießen: Busstreik noch bis Mitte Dezember?

"Natürlich sind wir sauer, dass die nicht mitziehen, aber in diesen Unternehmen gibt es keine gewerkschaftliche Organisation", erklärt Patrick Nietzel, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Mit.Bus. Etwa 30 seiner Kollegen stehen als Streikwache vor der Einfahrt zur Stadtwerke-Zentrale an der Lahnstraße in Gießen. "Die Stimmung ist gut. Wir sind optimistisch, dass wir etwas erreichen werden mit dem Streik. Bei den Lohnkosten muss sich etwas tun", betont Nietzel. 

Mindestens 100 der insgesamt 140 Beschäftigten streikten, 30 ältere Kollegen, die noch bei den Stadtwerken und damit dem öffentlichen Dienst angehören, hätten sich mit den Streikenden solidarisch erklärt. Die Busfahrer/innen hätten eine große Verantwortung: "für unsere Fahrgäste und alle, die mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß um uns herum unterwegs sind". 

Gießen: Bis zu neun Stunden dauert Schicht der Busfahrer

Acht bis neun Stunden dauere eine Schicht, etwa 120 Kilometer würden dabei zurückgelegt – durch eine wuselige Stadt. Gießen hat mit die höchste Dichte an Radfahrern in Deutschland. Nietzel: "Das ist nicht ohne." 

13,50 Euro war den Arbeitgebern diese Leistung bisher wert, auf 16,50 Euro soll der Stundenlohn nach dem Willen der Gewerkschadft Verdi steigen. 

Die Mit.Bus-Fahrer sind fest entschlossen, für diese Forderung noch weiter zu streiken. "Der Streik kann bis zum 16. Dezember dauern", sagt Nietzel. Zuletzt hatten er und seine Kollegen im Januar vor zwei Jahren gestreikt. Da dauerte es gut zwei Wochen, bis die Stadtbusse wieder fuhren.

Der Konflikt scheint damit festgefahren, denn auch der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer (LHO) zeigt sich unnachgiebig: "Unser Angebot von Donnerstag liegt ja auf dem Tisch", sagt Geschäftsführer Volker Tuchan. Er könne noch keine endgültige Aussage darüber treffen, ob man in den nächsten Tagen noch einmal weiter auf Verdi zugehen werde. "Nach heutigem Stand ist das nicht vorgesehen." Sein Verband fordert die Gewerkschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Update, 19.11.2019, 9.31 Uhr: Die Stadtbus-Linien 1, 2, 3, 5, 7, 10, 12, 13, 15, 17, 800, 801 und 802 werden bestreikt. Die Auswirkungen in Gießen sind deutlich: Auf vielen Verbindungen - etwa an der Licher Straße - staut sich der Autoverkehr deutlicher als gewohnt. Viele Leute ziehen zu Fuß etwa vom Bahnhof durch die Stadt. 

Nun reagiert der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer auf den als unbefristet angekündigten Streik: "Rund 15,5 Prozent mehr Lohn für Busfahrerinnen und Busfahrer im Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) in den kommenden vier Jahren; in Schritten von durchschnittlich knapp dreieinhalb Prozent jährlich - das hat der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer (LHO) in den aktuellen Tarifverhandlungen angeboten. Die Busunternehmer haben sich in den bisherigen Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi mehrfach bewegt, um eine flotte und tragfähige Lösung zu finden und Streiks abzuwenden", heißt es in einem Statement. 

Gießen: Busunternehmer sehen Fahrgäste bei Busstreik in "Geiselhaft"

Das sei der Busunternehmer "am Limit des Machbaren", die fordern von Verdi: "Verhandeln statt Fahrgäste in der Winterkälte stehen zu lassen." Hessens Busunternehmer hätten den Eindruck, dass sie und ihre Fahrgäste in Geiselhaft für die Ziele von Verdi genommen werden.

Update, 18.11.2019, 14.37 Uhr: Nun ist es amtlich: Verdi ruft die Busfahrer der privaten Omnibusbetriebe in Hessen ab der Frühschicht am Dienstag zum Streik auf. Unbefristet! 

Streikleiter Jochen Koppel sagt: "Wir wurden über ein halbes Jahr ohne etwas hingehalten und haben dann ein paar Brotkrümel hingeworfen bekommen. Die Arbeitgeber zeigen keine Ernsthaftigkeit. Wir haben es in 2017 schon einmal gezeigt und wir müssen es jetzt wieder. Jetzt sind ganz klar die Arbeitgeber am Zug. Sie lassen uns keine andere Wahl."

Gestreikt wird in ganz Hessen, wie nach Angaben von Verdi im September und im Okotober: Von Kassel, Melsungen, Rothenburg, Korbach, Homberg/Efze, Gudensberg über Gießen und Fulda, Schlüchtern, Wächtersbach, Gelnhausen, Erlensee, Hanau, Maintal, Offenbach, Bad Vilbel, Hofheim, Mainz (Sippel), Frankfurt, Oberursel, Langen und Darmstadt sowie Weiterstadt. 

In Gießen dürften vor allem die Mit.Bus-Linien betroffen sein. Konkret die Linien 1, 2, 3, 5, 7, 10, 12, 13, 15, 17, 800, 801 und 802. Die Regionallinien (Erletz etc.) sollen nach unseren Informationen fahren.

Gießen: Busfahrer streiken ab Dienstag

Zuletzt hatte der Landesverband hessischer Omnibusunternehmer eine Erhöhung in vier Schritten auf 15,60 in vier Jahren als nachgebessertes Angebot vorgelegt. Über Arbeitsbedingungen wollte der Arbeitgeberverband nach Angaben von Verdi nicht sprechen. Am vergangenen Donnerstag hatte die Tarifkommission die Verhandlungen für gescheitert erklärt.

Gießen: Streik nach Scheitern der Verhandlungen

Vorher hatten die privaten Busfahrer in Hessen sich bei einer Urabstimmung mit über 99 Prozent für unbefristete Arbeitsniederlegungen ausgesprochen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Verdi fordert die Erhöhung des Grundgehalts von jetzt 13,50 Euro auf 16,60 Euro die Stunde. Der Urlaub soll auf 30 Tage innerhalb der geforderten 5-Tage-Woche erhöht werden (derzeit sind es 25 Tage). Verdi-Mitglieder sollen zwei zusätzliche Urlaubstage erhalten. Auch fahrplanbedingte Pausen und Wendezeiten sollen komplett vergütet werden.

Update, 13.11.19, 11.29 Uhr: Eine Urabstimmung ergab laut Verdi, dass 99,49 Prozent der betroffenen Busfahrer für unbefristete Streiks sind, um ihrer Verhandlungsposition Nachdruck zu verleihen. Damit steht ein längerer Ausstand der hessischen Busfahrer im Raum.

Gießen: Unbefristeter Streik der Busfahrer droht

Verdi Verhandlungsführer Jochen Koppel sagt: „Die Kollegen sind sehr aufgebracht über das Verhalten der Arbeitgeber, fühlen sich nicht ernst genommen. Warum, fragen sie sich, kommt von den Arbeitgebern kein verhandlungsfähiges Angebot? So oder so, die Arbeitgeber sind jetzt am Zug.“

Am Donnerstag werden die Verhandlungen in Frankfurt in fünfter Runde fortgesetzt.

Update, 7.11.19, 16.12 Uhr: Die Gewerkschaft Verdi hat eine Urabstimmung unter Busfahrern in Hessen gestartet. Die Frage: Stimmen sie unbefristeten Streiks zu? "Bejahen das mindestens 75 Prozent der befragten Mitglieder unter den privaten Busfahrern, sind unbefristete Streiks möglich, wenn die Tarifverhandlungen gescheitert sind", heißt es bei Verdi. 

Gießen: Zuletzt legten Busfahrer Stadtbuslinien lahm

Erst in der vergangenen Woche hatten Busfahrer zahlreiche Linien in Hessen bestreikt. In Gießen waren jene der Stadtwerke-Tochter Mit.Bus betroffen. Der Streik dauerte einen Tag. 

Nun steht also die Möglichkeit von unbefristeten Streiks in Hessen im Raum. Damit will die Gewerkschaft Druck machen: "Die Urabstimmung läuft bis zum 12. November. Dann schauen wir, wie sich die Kolleginnen und Kollegen entscheiden. Das Ergebnis nehmen wir mit in die Verhandlungen. Dann sehen wir, ob sich die Arbeitgeber endlich etwas zufriedenstellender auf uns zu bewegen", sagt Verdi-Verhandlungsführer Jochen Koppel.

Die Verhandlungen werden am 14. November in Frankfurt fortgesetzt.

Update, 1.11.19, 16.12 Uhr: Der Streik der Busfahrer der Stadtwerke-Tochter Mit.Bus hat Gießen erneut getroffen: Von Betriebsbeginn bis Betriebsende fuhren am Freitag keine Stadtbusse. Damit entfielen über 7000 Buskilometer, die die Fahrer aller Mit.Busse im Normalfall an einem Werktag zurücklegen.

Die Fahrgäste hatten sich diesmal aber offenbar etwas besser auf den Ausfall der Busse eingestellt als beim letzten Warnstreik Ende September (damals ebenfalls an einem Freitag, direkt vor den Herbstferien). Diesmal warteten weniger Menschen vergeblich auf einen Bus, da sie aufgrund der Ankündigung des Streiks und entsprechender Berichte im Internet, in den Zeitungen sowie im Radio vorgewarnt waren. Viele hatten sich rechtzeitig um andere Beförderungsmittel wie Minicar oder Taxi gekümmert.

Eltern von Schülern bildeten Fahrgemeinschaften oder ließen ihre Kinder zu Fuß zur Schule gehen beziehungsweise das Fahrrad benutzen.

Gießen: Verdi zieht nach Busstreik positive Bilanz

Die Linien 1, 2 , 3, 5, 7, 10, 12, 13, 15, 17, 800, 801 und 802 ruhten. Nicht bestreikt wurde dagegen die Linie 24 des Betreibers ESE Verkehrsgesellschaft sowie die Buslinien der drei heimischen privaten Unternehmen Erletz, Schwalb und Weber. Diese drei Unternehmen unterhalten mehrere Linien, die die Stadt Gießen ansteuern – etwa aus Linden, Leihgestern, Biebertal, Heuchelheim, Fernwald, Rabenau, Reiskirchen und Pohlheim.

Die Gewerkschaft Verdi zog eine positive Bilanz des Streiktags. Über 3000 Busfahrerinnen und Busfahrer hätten sich hessenweit am Ausstand beteiligt. Streikleiter Jochen Koppel erklärte zufrieden: "Es waren noch mehr als das letzte Mal. Die Kollegen sind entschlossen, denn sie fühlen sich verschaukelt. Sie erwarten jetzt ein ernstzunehmendes Angebot von den Arbeitgebern. Wenn sie nicht nachbessern, wird es mit Sicherheit weitere Streiks geben."

Die Arbeitgeber hatten angeboten, den Stundenlohn von 13,50 Euro in vier Schritten in vier Jahren auf 15,10 Euro zu erhöhen. ver.di fordert dagegen die Erhöhung auf 16,60 Euro pro Stunde. Der Urlaub soll von 25 auf 30 Tage erhöht werden. Außerdem sollen fahrplanbedingte Pausen und Wendezeiten bezahlt werden. Derzeit gibt es für diese Leerzeiten keine Bezahlung.

Hintergrund: Am Freitag (1.11.19) werden möglicherweise wieder zahlreiche Busse in Gießen in ihren Depots bleiben: Erneut streiken die Busfahrer in Hessen. Verdi hat die Beschäftigten der privaten Busunternehmen im Land für den 1. November zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. 

Gießen: Busfahrer erneut zum Streik aufgerufen

"Er beginnt mit der Frühschicht gegen 2.30 Uhr und endet Samstagnacht mit Ende der Spätschicht. Betroffen sind Betriebe in ganz Hessen, von Kassel, Melsungen, Rothenburg, Korbach, Homberg/Efze, Gudensberg über Gießen und Fulda, Schlüchtern, Wächtersbach, Gelnhausen, Erlensee, Hanau, Maintal, Offenbach, Bad Vilbel, Hofeim, Mainz (Sippel), Frankfurt und Darmstadt sowie Weiterstadt", heißt es bei der Gewerkschaft. 

Beim letzten Busfahrer-Streik im September waren alle Busse der Stadtwerke-Tochter Mit.Bus in den Depots geblieben - die Stadtbus-Linien in Gießen fuhren allesamt nicht. 150 Fahrer hatten die Arbeit niedergelegt. Welche konkreten Auswirkungen der angekündigte Streik an diesem Freitag in Gießen haben wird, das ist aktuell noch nicht mit Sicherheit abzusehen. 

Nicht streiken werden die Busfahrer der drei heimischen Unternehmen Erlertz, Schwalb und Weber. Das gaben Mitarbeiter auf Anfrage dieser Zeitung am Donnerstag bekannt. Alle drei Unternehmen unterhalten mehrere Linien, die die Stadt Gießen bedienen - unter anderem aus Linden, Biebertal, Heuchelheim, Fernwald, Rabenau, Reiskirchen und Pohlheim. 

Gießen: Verdi fordert mit Busstreik mehr Geld und mehr Urlaub

Laut Verdi hatten die Arbeitgeber angeboten, den Stundenlohn in einer vierjährigen Laufzeit schrittweise von 13,50 auf 15,10 Euro anzuheben. Die Gewerkschaft will aber mehr: Verdi fordert "die Erhöhung des Grundgehalts von jetzt 13,50 Euro auf 16,60 Euro die Stunde. Der Urlaub soll auf 30 Tage (aktuell 25, Anm. d. Red.) innerhalb der geforderten 5-Tage-Woche erhöht werden." Der Tarifkonflikt betrifft rund 4400 Busfahrer.

red/mö/fd

Quelle: Gießener Allgemeine

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