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Ehepaar verliert auf einen Schlag 30.000 Euro an Kriminelle

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Von: Alexander Gottschalk

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Ihre Tochter soll einen tödlichen Unfall verursacht haben? Dass sie dieser Lüge glaubten, wurde einem Ehepaar aus dem Raum Gießen jetzt zum Verhängnis.

Gießen - Ein Ehepaar aus dem Landkreis Gießen hat auf einen Schlag 30.000 Euro an Kriminelle verloren. Wie die Polizei mitteilte, waren die Betrüger am Montag (19. September) mit einer Schockanruf-Masche erfolgreich. Demnach rief am Nachmittag eine weinende Frau die Senioren an, behauptete ihre Tochter zu sein und einen tödlichen Unfall verursacht zu haben.

Die Hochstaplerin gab am Telefon vor, bei der Polizei festzusitzen und Hilfe zu benötigen. Wenig später meldete sich dann ein angeblicher Polizist mit unterdrückter Nummer und erzählte, für 30.000 Euro Kaution käme die „Tochter“ wieder auf freien Fuß. Das Geld müsse das Ehepaar aber schon in den nächsten Stunden bezahlen.

Geldübergabe in Gießen: Ehepaar drückt Unbekannter 30.000 Euro in die Hand

„Aufgrund des hohen Drucks telefonierten die Seniorin und ihr Ehemann umliegende Banken ab, um die hohe Summe kurzfristig noch abheben zu können“, schilderte die Polizei weiter. Eine Gießener Bank in der Johannesstraße habe ihnen die 30.000 Euro schließlich ausgezahlt. Vor Ort fiel dem Ehepaar ein verdächtiger Mann auf, der sie offenbar beobachtete.

An der Ecke Johannesstraße/Plockstraße in Gießen kam es gegen 17.30 Uhr auch zur Geldübergabe. Die Seniorin händigte das Geld einer Unbekannten aus, ihr Ehemann hielt etwa 30 Meter Abstand. Die Kriminelle lief anschließend in Richtung Johanneskirche davon. Als die Senioren am Abend mit ihrer echten Tochter telefonierten und der Betrug aufflog, war es schon zu spät.

Leerer Geldbeutel
Der Geldbeutel ist jetzt leer: Kriminelle haben in Gießen ein Ehepaar um 30.000 Euro erleichtert. (Symbolbild) © IMAGO / SKATA

30.000 Euro weg: Polizei in Gießen ermittelt gegen unbekannte Betrüger

Die Polizei in Gießen hofft jetzt auf Zeugen, die den verdächtigen Mann oder die Geldabholerin gesehen haben. Er soll etwa 1,70 Meter groß und kräftig sein und dunkelblonde Haare haben. Getragen habe er ein rotes T-Shirt mit auffälliger Schrift, so die Beschreibung. Ist dieser Unbekannte vielleicht jemanden gegen 17 Uhr vor der Bank in der Johannesstraße aufgefallen?

Die Geldabholerin soll korpulent, zwischen 45 und 50 Jahre alt und etwa 1,64 Meter groß sein. Ihre langen braunen Haare habe sie zu einem Zopf zusammengebunden. Getragen habe sie eine braune Jacke und eine dunkle Brille, erklärten die Geschädigten der Polizei. Das Geld steckte die Frau nach der Übergabe in eine graue Tasche.

Polizei warnt: Derzeit vermehrt Schockanrufe im Raum Gießen

Tragisch: Fast zeitgleich mit der Geldübergabe in Gießen veröffentlichte die Polizei eine Warnung davor, dass ihr derzeit vermehrt Schockanrufe aus der Region gemeldet würden. Die Betrüger rufen mal mit unterdrückter Nummer an, mal mit der echten Telefonnummer der Polizei, die sie über sogenanntes Spoofing auf dem Display erscheinen lassen können.

Die Polizei rät: Auflegen, sobald der Gesprächspartner Geld fordert. Im Gespräch keine Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen preisgeben. Niemals unbekannten Geld übergeben. Und ganz wichtig: Im Zweifelsfall sofort die Polizei kontaktieren. Für Hinweise im aktuellen Betrugsfall ist die Gießener Kripo unter Tel. 0641/7006-6555 erreichbar. (Alexander Gottschalk)

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