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In der Kindertagesstätte Schlangenzahl gibt es mindestens einen Hepatitis-A-Fall. Kaum ein Kind ist dagegen geimpft.

Hepatitis-Fall

Gelbsucht stoppt Kita-Betrieb im Schlangenzahl

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Mindestens ein Kind in der Gießener Kita Schlangenzahl ist mit Hepatitis A infiziert. Das hat massive Auswirkungen auf den Kita-Betrieb.

Erst Hitze, jetzt Hepatitis: Die meisten Eltern der Kindertagesstätte Schlangenzahl müssen erneut auf die Betreuung dort verzichten. Mindestens ein Kind ist mit Hepatitis A infiziert. Deshalb sollen diejenigen, die nicht dagegen geimpft sind, zwei bis vier Wochen der Einrichtung fernbleiben. Und das sind fast alle: Von den 100 Kindern seien nach derzeitigem Kenntnisstand nur zwei immunisiert, heißt es in einer Pressemitteilung des Evangelischen Dekanats, das gemeinsam mit der Petrusgemeinde Träger der Kita ist.

Hepatitis-Fall in Kita Schlangenzahl: dramatische Krankheit

Hepatitis A - auch Gelbsucht genannt - ist eine meldepflichtige, aber nicht dramatische Krankheit. Sie heilt meistens ohne Komplikationen komplett aus. Hauptsymptom ist die Entzündung der Leber. Gerade bei Kindern verläuft Gelbsucht mitunter völlig unauffällig. Die Infektion ist dann nur über eine Blutuntersuchung nachzuweisen. Sie wird häufig aus dem Urlaub eingeschleppt, etwa wenn man dort verunreinigtes Wasser getrunken oder Muscheln gegessen hat. Übertragen werden die Erreger unter anderem durch so genannte Schmierinfektionen, also etwa durch Anfassen von Türkliniken.

Das Gesundheitsamt hat dem Kita-Träger dringend empfohlen, dass nicht geimpfte Personen der Einrichtung vier Wochen lang fernbleiben. Das sei sinnvoll, um eine Weiterverbreitung zu verhindern. Erfolgt nun eine Impfung, so kann frühestens zwei Wochen danach wieder eine Gemeinschaftseinrichtung besucht werden. Ob sie ihre Kinder in dieser Zeit mit anderen zusammenbringen, müssen die Eltern nach Absprache mit dem Arzt selbst entscheiden.

Bisher ist die Infektion bei einem Kind nachgewiesen. Bei zehn weiteren und drei Mitarbeiterinnen sind Symptome erkennbar, die auf Hepatitis A hindeuten. Etwa ein Drittel der Erzieherinnen sind geimpft.

Hepatitis-Fall in Kita Schlangenzahl: Schutzimpfung wird empfohlen

Der Kitaträger empfiehlt den Eltern dringend, den Impfstatus der Kinder zu überprüfen und gegebenenfalls eine Schutzimpfung durchzuführen. Dabei sollte auch das engere Umfeld berücksichtigt werden. Für die Mitarbeitenden übernimmt der Arbeitgeber die Kosten. Erzieherinnen, die sich nicht impfen lassen wollen, sind derzeit im Rahmen der Mitarbeiterfürsorge widerruflich vom Dienst freigestellt. Eine Versetzung in eine andere Kita komme aus Sicherheitsaspekten nicht in Frage, so das Dekanat.

Für Dienstag ist ein Sondierungsgespräch zwischen Gesundheitsamt, Kita-Leitung, Trägerverwaltung und dem Elternbeirat geplant. Es handelt sich nicht, wie ursprünglich berichtet, um eine öffentliche Info-Veranstaltung für Eltern.

Die Eltern hätten auf die am Donnerstagnachmittag bekanntgewordene Nachricht mit Verständnis reagiert, heißt es. Es gebe aber auch Enttäuschung über den langen Zeitraum, in dem die Kinder möglicherweise nicht betreut werden können.

Extrabetreuung organisieren mussten die Eltern der Kita bereits im Sommer über Wochen. Weil sich der 2011 errichtete Neubau mit vielen Fenstern unerträglich aufheizte, wurde die Nachmittagsbetreuung vor und nach den dreiwöchigen Kita-Ferien gestrichen. Rund 20 Kinder kamen in einem Ausweichquartier am Aulweg unter.

Quelle: Gießener Allgemeine

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