+
Vorstandsmitglied Konstantin Becker (links) im Gespräch mit interessierten Bürgern im künftigen Rödgener Dorf-Treff.

Es geht nur noch um die Pacht

  • schließen

Das Hin und Her rund um die Bürgerhausgaststätte im Stadtteil Rödgen hat wohl bald ein Ende. Ein Verein will mit einem Dorf-Treff wieder für eine bessere Infrastruktur mitten im Ort sorgen. Offen ist lediglich die Höhe der Pacht.

Aus der Redaktion

Es geht jetzt nur noch um die Höhe der Pacht", sagte Stadträtin Astrid Eibelshäuser in ihrer Funktion als Aufsichtsratsvorsitzende der Stadthallen GmbH am Montagabend im Rödgener Bürgerhaus. Alles andere sei in trockenen Tüchern. Das Hickhack um neue Pachtverträge für ständig wechselnde Wirte in der Bürgerhausgaststätte habe nun ein Ende. Der Aufsichtsrat der SHG habe eingesehen, sagte Eibelshäuser, dass die Gaststätte als solche "an dieser Stelle nicht funktioniert". Da kam die Anfrage des neu gegründeten Dorf- und Kulturvereins Lebendiges Rödgen zum richtigen Zeitpunkt; dieser hatte für seinen geplanten Dorf-Treff die Nutzung der Gaststätte anfragte.

Der vor zwei Wochen ins Vereinsregister eingetragene Verein hatte die Bewohner des Gießener Stadtteils in die mittlerweile "ehemalige Gaststätte" eingeladen, um das Konzept für die neue Nutzung vorzustellen. Die vorhandenen Sitzmöglichkeiten in dem Raum reichten bei Weitem nicht aus, um dem großen Andrang gerecht zu werden. Gespannt hörten die Zuhörer dann auch der Vereinsvorsitzenden Ellen Böttcher und ihrer Stellvertreterin Monika Lux zu; die beiden Frauen stellten das Vorhaben ausführlich vor.

Beisitzer Konstantin Becker ging zuvor auf die Vorgeschichte ein, die letztlich zur Vereinsgründung geführt hatte. An einer Fragebogenaktion Ende 2017 hätten sich über 200 Rödgener Bürger beteiligt und dabei diverse Fragen zum Leben in ihrem Stadtteil beantwortet. Außer der schlechten Infrastruktur - keine Lebensmittelgeschäfte und Banken mehr im Gießener Stadtteil - und anderen Missständen hätten die Teilnehmer Treffpunkte zum Zusammenkommen vermisst. Die "Rärer" hätten Orte vermisst, an denen man "in aller Ruhe miteinander schwätzen kann".

Eine Arbeitsgruppe als Vorläufer des neuen Vereins kam zusammen, um ein Konzept für den Dorf-Treff mit dem Angebot von Grundnahrungsmitteln zu erarbeiten. Mehrere Dorfläden im Kreisgebiet nahmen die Mitglieder unter die Lupe, wobei der in Eberstadt am besten für Rödgen zu passen schien. Viele Ideen wurden ins Auge gefasst, um den Dorf-Treff zu beleben. Ob dort Grundnahrungsmittel angeboten werden können, ist jedoch nicht geklärt. "Wir sind dran, aber das dauert noch", wurde auf Nachfrage mitgeteilt.

Spenden und Helfer willkommen

Schneller realisieren lassen sich nach Ansicht der Organisatoren aber andere Ideen - wie zum Beispiel Handarbeitstreff, Spieleabende, saisonales Kochen, Fußballevents, Seniorencafé, Trauerfeiern, Kunst und Kultur oder Repair-Café. Dafür müssen sich aber freiwillige Mitstreiter finden. Auch in finanzieller Hinsicht muss noch einiges gestemmt werden. So ist "jede Spende willkommen", erklärte Vorstandsbeisitzerin Isgard Eißer-Cseke. "Vielleicht findet ja eine der heimischen Hilfsorganisation den Weg zu uns und greift uns unter die Arme." Der Verein ist vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt.

Einrichtungsgegenstände - vom Besteck über Teller und ältere Möbelstücke - werden ebenfalls benötigt. Wer helfen will oder sonstigen Redebedarf hat, kann dienstags von 19.30 bis 21 Uhr in den künftigen Dorf-Treff kommen. Weitere Fragen per E-Mail an lebendiges-roedgen@web.de.

Quelle: Gießener Allgemeine

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare