Wort zum Sonntag

Freude an Buntheit

  • schließen

Ein junger Mann steht in der Küche. Er bereitet einen Salat zu. Waschen und schneiden, die Paprika würfeln. Nicht die Zwiebeln vergessen, ein paar Tomaten, etwas Gurke und wie wäre es mit Pinienkernen, Croutons und einem Dressing? Was braun und schlecht ist, wird aussortiert. Et voilà! Ein schmackhafter bunter Salat ist gezaubert, der den Mann und seine Gäste erfreuen wird. Wie schrecklich wäre es, wenn der Salat nur aus Eisberg bestehen würde. Kein Dressing, keine anderen Zutaten, die dem Salat Geschmack verleihen würden. Ziemlich öde klingt das in meinen Ohren. Sicherlich auch in Ihren. Wir Menschen sind in unserem Leben eigentlich nicht anders als der Salat des Mannes.

Ein junger Mann steht in der Küche. Er bereitet einen Salat zu. Waschen und schneiden, die Paprika würfeln. Nicht die Zwiebeln vergessen, ein paar Tomaten, etwas Gurke und wie wäre es mit Pinienkernen, Croutons und einem Dressing? Was braun und schlecht ist, wird aussortiert. Et voilà! Ein schmackhafter bunter Salat ist gezaubert, der den Mann und seine Gäste erfreuen wird. Wie schrecklich wäre es, wenn der Salat nur aus Eisberg bestehen würde. Kein Dressing, keine anderen Zutaten, die dem Salat Geschmack verleihen würden. Ziemlich öde klingt das in meinen Ohren. Sicherlich auch in Ihren. Wir Menschen sind in unserem Leben eigentlich nicht anders als der Salat des Mannes.

Damit eine Gesellschaft funktioniert, muss sie bunt sein. Da braucht es den schrillen Travestiestar genauso wie den deutschen Michel und die syrische Flüchtlingsfamilie, ihren Glauben und ihre Kultur. Es braucht den besorgten Bürger genauso wie die weltoffene linke Feministin. Jeder und jede trägt einen Teil zur Gesellschaft bei. Das ist schön, das macht Freude. Ich glaube, dass Gott sich das Leben der Menschen in Freiheit so gewünscht hat.

Dass wir alle als bunter Haufen zusammen leben und daran Freude haben. Ich glaube das, weil die Menschen, die Jesus schon zu dessen Lebzeiten nachgefolgt sind, ein recht bunter Haufen waren. Quer durch die Gesellschaft und kulturelle als auch soziale Schichten scharte Jesus seine Jünger um sich. Grenzen und Nationalitäten? Uninteressant für Gottes Sohn. Wichtig war, dass in all ihrer Buntheit ein jeder Mensch von Gott geschaffen wurde.

Für Jesus war es nicht entscheidend, wo jemand herkam oder welche wie auch immer geartete Orientierung dieser oder diese hatte, sondern, dass er oder sie Gottes Ruf folgen wollte. Darin liegt eine wunderbare Botschaft. Eine Botschaft, die Glaubensgrenzen überwinden kann. Sie kann dies, weil sie in jeder Religion, jeder philosophischen und humanistischen Idee vorkommt. Sie lautet für mich, dass wir Menschen miteinander leben, reden und handeln sollen. Egal wer wir sind und egal wo wir herkommen. Uns in unserer Buntheit lieben. Ähnlich halt wie bei einem bunten Salat. Da würde man auch nicht auf die Idee kommen, die einzelnen Zutaten zu trennen und getrennt zu essen. Denn das würde in letzter Konsequenz den Geschmack nicht mehr ganz rund erscheinen lassen.

Pfarrer Tim Fink, evangelische Thomasgemeinde Gießen

Quelle: Gießener Allgemeine

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare