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Seit 2015 erklingt die Orgel in der Bonifatiuskirche in voller Pracht.

Der Ferrari unter allen Orgeln

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Neben vielen nationalen Organisten suchen inzwischen auch viele internationale Orgelspieler den Kontakt zur Bonifatiuskirche, um auf der Eule-Orgel zu konzertieren. Über ihre Netzwerke erfahren sie, welches hervorragende Instrument dort zu finden ist. Sie alle eint der Wunsch, die Perle der Empore kennenzulernen.

Aus der Redaktion

Die Orgel der Bonifatiuskirche gewinnt immer mehr Beachtung. Organisten aus England, Italien und den USA wurden bereits begrüßt. Im Juli folgen Prof. Martin Setchell aus Neuseeland und weiter im Jahr noch Musiker aus Tschechien, Kroatien und Australien. Aber auch für 2020 liegen schon Anfragen aus diversen Ländern vor.

Die 2015 eingeweihte Eule-Orgel in der Bonifatiuskirche wurde von der Orgelbaufirma Eule in Bautzen entworfen, handwerklich und künstlerisch hergestellt. Sie ersetzte die ab 1958 von der Licher Orgelbauanstalt Förster und Nicolaus eingebaute große Orgel mit 42 Registern auf drei Manualen und Pedalen, die in der Folgezeit allerdings nicht überzeugen konnte. Die unbefriedigende musikalische wie räumliche Situation und steigender Wartungsaufwand führten schließlich zu der Entscheidung, einen Neubau in Angriff zu nehmen. 2005 wurde als Übergangslösung eine gebrauchte Orgel mit 13 Registern auf zwei Manualen und Pedal angeschafft. Das vollmechanische Instrument, 1912 erbaut durch den englischen Orgelbauer Hopkins, stand bis Anfang des neuen Jahrtausends in der methodistischen Kirche Loftus (Grafschaft York). Nach Auflösung der Kirche gelangte es über Wuppertal nach Gießen. Am 12. September 2015 wurde dann mit einer Orgelweihe die neue Perle der Empore, die Eule-Orgel, der Bonifatiusgemeinde übergeben. Das Instrument kostete rund 930 000 Euro und wurde überwiegend aus Spendengeldern finanziert.

Eine Perle der Empore

Und diese Eule-Orgel zieht immer mehr Kreise. Längst ist die Zeit vorbei, als für die einmal im Monat veranstalteten Mittwochskonzerte nach adäquaten Organisten gesucht werden musste. Inzwischen ist es vielmehr so, dass die Künstler an die Organisatoren der Mittwochskonzerte herantreten und anfragen, dieses Instrument spielen zu können. Durch ihre Netzwerke und persönliche Kontakte erfahren sie von dem hervorragenden Instrument und der exzellenten Akustik in der Bonifatiuskirche. Sie suchen den Kontakt zu Regionalkantor Michael Gilles und fragen wegen eines Konzerttermins an.

Einer der letzten war Paolo Oreni aus Italien. Dieser bezeichnete die Eule-Orgel sogar als "den Ferrari unter allen Orgeln", die er bisher gespielt habe. Eine Aussage, die noch mehr verdeutlicht, wie hervorragend die Eule-Orgel konzipiert, gebaut und akustisch dem Kirchenraum der Bonifatiuskirche angepasst wurde - eben eine Perle der Empore im wahrsten Sinne.

Ähnliche Erwartungen muss wohl auch der nächste Konzertorganist an die Eule-Orgel haben. Prof. Martin Setchell aus Christchurch, Neuseeland, wird am Mittwoch, 3. Juli, um 19.30 Uhr in seinem Konzert neben der Eule-Orgel auch die kleine Hopkins-Chororgel spielen. Auch er hat in Neuseeland von der Eule-Orgel gehört und den Wunsch geäußert, im Rahmen eines Konzertes diese Orgeln spielen zu wollen. Unter anderem wird in diesem Konzert auch "Celebration" zu hören sein, ein Werk, welches für Martin Setchell von Mons Leidvin Takle geschrieben wurde zur Wiedereröffnung der Orgel in der Town-Hall von Christchurch (Neuseeland). Der Eintritt ist frei, um eine Spende für die Eule-Orgel wird gebeten.

Es wird interessant sein zu beobachten, welche renommierten Organisten weiterhin den Weg nach Gießen finden werden.

Quelle: Gießener Allgemeine

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