Erkältungswelle etwas stärker als letztes Jahr

Gießen (kw). Da hinten hustet einer, telefonisch ist in der Behörde kaum jemand zu erreichen, eine Sekretärin nimmt schließlich doch gehetzt ab: "Zwei Kolleginnen sind krank ..." Die winterliche Erkältungswelle rollt seit etwa drei Wochen, und zwar etwas deutlicher als im letzten Jahr: Das erläuterte gestern auf AZ-Anfrage Dr. Jörg Bremer, stellvertretender Leiter des Kreisgesundheitsamts.

Gießen (kw). Da hinten hustet einer, telefonisch ist in der Behörde kaum jemand zu erreichen, eine Sekretärin nimmt schließlich doch gehetzt ab: "Zwei Kolleginnen sind krank ..." Die winterliche Erkältungswelle rollt seit etwa drei Wochen, und zwar etwas deutlicher als im letzten Jahr: Das erläuterte gestern auf AZ-Anfrage Dr. Jörg Bremer, stellvertretender Leiter des Kreisgesundheitsamts. Damit einhergehend steige auch die Verbreitung der echten Grippe, der Influenza. Ob und inwiefern dabei die Kälte dieses Winters eine Rolle spielt, lasse sich nicht eindeutig beantworten, ergänzte Prof. Jürgen Lohmeyer, Infektiologe am Universitätsklinikum: "Dazu gibt es keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse."

Mancher Laie meint, den Viren müsse die Vermehrung bei Tiefkühl-Temperaturen doch eigentlich schwer fallen. Andererseits heißt die Erkältung doch wohl mit guten Grund so. Laut Lohmeyer ist wohl vor allem das "engere Zusammenrücken der Menschen im Winter" verantwortlich für häufigere Ansteckungen. Außerdem belaste Kälte den Organismus insgesamt, dieser werde etwas anfälliger für Krankheitserreger.

Während ein normaler grippaler Infekt in der Regel mit Ruhe und Hausmitteln behandelt werden sollte, kann die Influenza gefährlicher werden, so Bremer. Grundsätzlich könne eine - eigentlich schon für den Herbst empfohlene - Impfung nach wie vor sinnvoll sein, denn voraussichtlich werde die Saison noch einige Wochen dauern. Diejenigen Viren, die in diesen Wochen bei Untersuchungen gefunden werden, stimmten mit dem aktuellen Impfstoff gut überein.

Was tun, wenn sich ein gefährlicher Erreger ausbreitet, gegen den es noch keine oder zu wenige Mittel gibt? Diese Angst kursierte vor einigen Jahren im Zusammenhang mit der Vogelgrippe. Das Thema sei zwar aus der Öffentlichkeit weitgehend verschwunden, werde aber in Fachkreisen stetig bearbeitet, betont der Vertreter des Gesundheitsamts. Noch im Laufe dieses Frühjahrs werde der Landkreis Gießen den angekündigten "Pandemieplan" veröffentlichen.

Für die gefährlichere Grippe wie für harmlosere Infekte gleichermaßen gelten die Hygiene-Tipps, mit denen man das Risiko von Ansteckungen mindern kann: Häufig gründlich Hände waschen, auch etwa nach dem Berühren von Türgriffen; Papiertaschentücher nutzen und nach jedem Gebrauch wegwerfen; möglichst wenig Hände schütteln. Die typische Anstecksituation sei aber das Anhusten oder -niesen, weiß Bremer. Dagegen würde nur ein Mundschutz helfen - und der werde sich im Alltag vorerst nicht durchsetzen. "Wenn es allerdings wirklich eine pandemische Verbreitung etwa der Vogelgrippe gäbe, wäre diese Vorstellung durchaus realistisch."

Quelle: Gießener Allgemeine

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