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Elke Büdenbender, Frau des Bundespräsidenten, im Hofgut Friedelhausen. Es gehört zu den zahlreichen Einrichtungen, die regelmäßig von der Gießener Alfred und Margarethe Schulz-Stiftung unterstützt werden.

Besuch der "First Lady"

Elke Büdenbender: Kleine Vereine "leisten Großes"

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Hoher Besuch bei Wildwasser und bei der Schulz-Stiftung: Deutschlands "First Lady" Elke Büdenbender würdigt bei einem Besuch in Gießen soziale Arbeit.

Einst haben sie am Siegerland-Kolleg gemeinsam für das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg gebüffelt. Nun begrüßt Beate Schott, Geschäftsführerin der Gießener Schulz-Stiftung, ihre damalige Mitschülerin als "First Lady". Sie staunt, dass Elke Büdenbender sich Zeit nimmt für die "kleine Einrichtung". Da hakt die Frau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier ein: "So genannte ›kleine‹ Einrichtungen leisten Großes. Sie sind nah bei den Menschen."

Einladungen aus Gießen würden nicht bevorzugt, erklärt Büdenbender auf GAZ-Nachfrage. "Aber vielleicht gibt es mehr Anfragen" aus der Stadt, der sie seit ihrem Studium verbunden ist. Jedenfalls ist die 57-Jährige an diesem Mittwoch schon zum zweiten Mal in diesem Jahr offiziell zu Gast in Gießen. Im März war sie bei der Lebenshilfe. Nun lernt sie zwei Einrichtungen kennen, die von der "Margarethe und Alfred Schulz-Stiftung für Kinder-, Jugend- und Altenhilfe" unterstützt werden: Wildwasser Gießen und das Hofgut Friedelhausen.

Eine "große Ehre und Riesenfreude" sei der Besuch für die ehrenamtlich geführte Stiftung, betont Beate Schott. 2002 gegründet vom Volksbank-Direktor Alfred Schulz, der damit "nachhaltig Gutes tun" wollte, habe sie in den letzten Jahren ihr Kapital verdreifachen können, vor allem dank Erbschaften. Seit 2006 habe die Stiftung 370 000 Euro ausgeschüttet, etwa an die Tafel, das Caritas-Ausbildungsprojekt für Flüchtlinge oder die Leppermühle Buseck.

Der viel genutzte Outdoor-Sportpark im Stadtpark Wieseckaue war eine Idee der Stiftung. Überzeugungsarbeit war nötig, erinnert sich die Geschäftsführerin lächelnd: "Man konnte sich nicht vorstellen, dass Erwachsene in der Öffentlichkeit turnen."

Interessiert und zugewandt

Um ernstere Themen geht es an diesem Tag. Wildwasser-Mitarbeiterinnen schildern, wie mühsam es vor 30 Jahren war, Hilfe für Opfer sexuellen Missbrauchs auf den Weg zu bringen. Heute ist das zwölfköpfige Expertinnen-Team viel gefragt. Neben der Unterstützung von Jugendlichen und Frauen sind Fortbildungen sowie Tätertherapie weitere Standbeine. Büdenbender würdigt die Arbeit, die "Lebenschancen" fördere.

In Lollar-Friedelhausen geben Bewohner mit Behinderung Einblicke in ihre Arbeit in der Landwirtschaft und in Werkstätten. Vertreter des Vereins "Hofgemeinschaft für heilende Arbeit" erläutern das Konzept. Auch hier zeigt sich Büdenbender interessiert und zugewandt. "Es macht die Humanität unserer Gesellschaft aus", sagt sie, "dass wir Menschen mitnehmen, die besonders sind."

Am Ende gibt es allseits zufriedene Gesichter: Die Gastgeber freuen sich über die Wertschätzung und Aufmerksamkeit. Büdenbender unterstreicht, sie profitiere ebenfalls von solchen Begegnungen. "Das hilft mir manches besser zu verstehen", etwa in ihrem - derzeit ruhenden - Beruf als Richterin.

In Gießen Steinmeier kennengelernt

Gießen spielt eine wichtige Rolle im Lebenslauf der Juristin Elke Büdenbender. Hier erschloss sie sich als erste in ihrer Familie die akademische Welt, lernte ihren Mann Frank-Walter Steinmeier kennen und begründete Freundschaften, die sie bis heute pflegt. Geboren 1962 in Weidenau bei Siegen, machte sie nach der Schule zunächst eine Ausbildung zur Industriekauffrau und dann ihr Abitur auf dem Siegerland-Kolleg. Ab 1985 studierte sie Jura an der Justus-Liebig-Universität. Die Verwaltungsrichterin ließ sich vor zweieinhalb Jahren beurlauben, als ihr Mann Bundespräsident und sie somit "First Lady" wurde. Das Paar hat eine erwachsene Tochter.

Quelle: Gießener Allgemeine

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