Eine Nacht zu Ehren von Robert Burns im Da Vinci

Am Samstagabend erfüllte auf einmal ein außergewöhnlicher Pfeifenklang den Neuenweg. Vor dem Bistro-Café Da Vinci stand ein Dudelsackspieler und spielte für all diejenigen einen musikalischen Willkommensgruß, die zur vierten "Burns Night" gekommen waren.

Mit dem Abendprogramm erinnerte das Bistro gemeinsam mit dem benachbarten Spirituosen- und Weinhandel sowie dem Folkmusiker Quest – stilecht im Kilt – an den schottischen Dichter Robert Burns. Nach dem Vorbild der jährlich, jeweils am 25. Januar stattfindenden "Burns Supper", die vor allem unter Schotten weltweit zum Gedenken öffentlich gefeiert werden, erlebten die Gäste der "Burns Night" ein Programm voll schottischem Flair. Traditionell werden bei den "Burns Supper" Gedichte des Dichters vorgetragen und Haggis (gefüllter Schafsmagen), das schottische Nationalgericht, serviert, wobei Musik aus den High- und Lowlands erklingt. Ein Höhepunkt dieser Abende ist der Toast auf den Mann aus Ayr, bei dem ein schottischer Whisky nicht fehlen darf.

Über den Abend hinweg kamen gleich sechs schottische Malt-Whiskys aus unterschiedlichen Destillerien auf den Tisch. Die "Vom Fass"-Betreiber hatten zu dem Vier-Gänge-Menü sechs Whiskysorten ausgewählt, und charakterisierten Herkunft und aromatische Besonderheiten der Brände während sie serviert wurden.

Dazu musizierte Quest auf seinen Quer- und Holzflöten sowie dem Dudelsack Märsche und Menuette, die zwischen den Menügängen die Wartezeit verkürzten oder als Tischmusik für die passende atmosphärische Untermalung sorgten. Wer zwischenzeitlich die Augen schloss, hätte auch am Fuße des Ben Navis oder in einem Pub in Dumfries sein können. Außerdem stellte der schottisch sprechende Quest mehrere Lieder von Burns vor, worunter das Haggis-Loblied "Address to a Haggis", das während des "Burns Supper" traditionsgemäß zum feierlichen Anschneiden des Haggis gesprochen wird, sicher einer der Programmhöhepunkt war. Als Überraschungsgast trug der 89-jährige Diedrich Kürth-Landwehr im Laufe des Abends zwei Gedichte von Robert Burns vor.

Der am 25. Januar 1759 geborene Dichter Burns gehört ebenso wie Walter Scott zu herausragenden Persönlichkeiten des schottischen Nationalbewusstseins.

Trotz seiner Herkunft aus einfachen Verhältnissen war er ein geistiger Kosmopolit, ein religiöser Zweifler und Humanist, der die epochalen Veränderungen in Kontinentaleuropa zu Zeiten der französischen Aufklärung ebenso interessiert verfolgte, wie das Vermächtnis der Kelten im schottischen Hochland. Diese verschiedenen Einflüsse kommen in seinen Liedern und Gedichten mit einer tiefen Verbundenheit zu seinem Heimatland zusammen zum Ausdruck.

Die "Burns Night" wäre sicher nach Robert Burns Geschmack gewesen – so wird es 2013 sicher auch in Gießen eine fünfte Ode an Robert Burns geben. mkg

Quelle: Gießener Allgemeine

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