Eine ganz reizende Aufgabe

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Gießen (kdw). Diesmal wird das Abschlusskonzert des Universitätsorchesters in einem wesentlichen Aspekt anders sein. Neben Werken von Johannes Brahms und Edward Elgar kommt eine zeitgenössische Auftragskomposition zu Gehör. Sidney Corbetts "Through a glass, darkly" ist eigens für das Uni-Orchester geschrieben und seinem Dirigenten gewidmet, Universitätsmusikdirektor Stefan Ottersbach. Die Uraufführung ist am 4. Februar um 19.30 Uhr. Bei einer Probe sprachen wir mit dem Komponisten.

Gießen (kdw). Diesmal wird das Abschlusskonzert des Universitätsorchesters in einem wesentlichen Aspekt anders sein. Neben Werken von Johannes Brahms und Edward Elgar kommt eine zeitgenössische Auftragskomposition zu Gehör. Sidney Corbetts "Through a glass, darkly" ist eigens für das Uni-Orchester geschrieben und seinem Dirigenten gewidmet, Universitätsmusikdirektor Stefan Ottersbach. Die Uraufführung ist am 4. Februar um 19.30 Uhr. Bei einer Probe sprachen wir mit dem Komponisten.

Wie kamen Sie nach Deutschland?

Sidney Corbett: Das war 1985, ich erhielt ein Stipendium bei György Ligeti und besuchte seine Meisterklasse.

Und wie kam es zu diesem Auftrag?

Corbett: Ich habe Stefan Ottersbach vor Jahren als Leiter des Sinfonieorchesters TonArt Heidelberg kennengelernt, wir hatten eine sehr schöne Kooperation und verstanden uns sehr gut. Stefan schlug mir vor, zum Jubiläum der JLU ein Stück zu schreiben.

In Auftrag gegeben wurde die Komposition schließlich von der Gießener Hochschul- gesellschaft (GHG) auf Anregung des Vorsitzenden Prof. Dr. Volker Wissemann. Corbett widmete das Werk UMD Ottersbach. Der Komponist hatte den Auftrag, dem Gießener Universitätsorchester ein Stück auf den Leib zu schreiben, passend für die Besetzung des Orchesters – und sein Können.

Corbett: Das war eine ganz reizende Aufgabe. Ich hab aber gleich gesagt, ich werd’s nicht leichter schreiben. Es gab ein paar Einschränkungen bei der Besetzung, viele hab ich überschritten.

Wie wurde der Auftrag umgesetzt?

Corbett: Man wünschte sich einen Zusammenhang mit der Universität, mit Büchner oder so. Das schien mir nicht möglich, ich fand nichts, was mich da wirklich getragen hat. Beim Schreiben beschäftigte mich dann die Frage der Wahrnehmung, die Mühen der Erkenntnis. Das sind doch durchaus wissenschaftliche Aspekte.

Was möchten Sie in der Probe erreichen?

Corbett: Das ist sehr komplex. Es geht im Wesentlichen um den Abgleich zwischen dem, was ich mir vorstelle und dem, was das Orchester darunter versteht. Das ist nicht wie bei Stockhausen, ich stelle andere Fragen. Ich möchte die traditionelle Klang- gebung der Klassiker in meine Sprache überführen. Komposition ist für mich eine verantwortungsvolle Aufgabe. (Foto: kdw)

Quelle: Gießener Allgemeine

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