Dieter Schorge stellt im Kornboden35 aus

Es ist die letzte Ausstellung in diesem Jahr, denn der als Atelier und für Ausstellungen hergerichtete Kornboden im Hof der Krofdorfer Straße 35 ist nicht beheizbar.

Es ist die letzte Ausstellung in diesem Jahr, denn der als Atelier und für Ausstellungen hergerichtete Kornboden im Hof der Krofdorfer Straße 35 ist nicht beheizbar. Nur einige seiner Werke mitgebracht hat Dieter Schorge, die an den rauen Wänden der Scheune unter dem Motto "Emotionen in Form und Farbe" ihre Wirkung entfalten. Der Titel lässt schon vermuten, dass es sich bei ihm um einen Maler des abstrakten Expressionismus handelt. Galeristin Claudia Stamm begrüßte die Gäste und Kunstpädagogin Viola Grunow sprach einführende Worte.

Schon im Vorgespräch erzählt Schorge, dass er erst mit Mitte Fünfzig anfing mit dem Malen, er habe sich autodidaktisch ausgebildet, viel gelesen, Ausstellungen besucht und einfach ausprobiert. Und damit einen genialen Weg in die Pensionszeit als Verwaltungsoberrat geschaffen, möchte man hinzufügen, ja eine zweite Karriere begonnen. Der in Krofdorf lebende Maler ist ausgesprochen erfolgreich, verkauft seine großformatigen Gemälde vor allem im Raum Frankfurt, stellte in Gießen bereits bei Remmele (2007) sowie bei Greilich und Hirschmann (2013) aus, sogar die New Yorker Agora-Gallery ist auf ihn aufmerksam geworden. Das mag auch an den Vorbildern des Malers liegen, die von ihm verehrten und aus der Anschauung studierten Künstler heißen Gerhard Richter und Jackson Pollock.

Deren Pinselschwung und Farbkombinationen weiß er verblüffend gut umzusetzen, hat aber immer eigene Akzente und Einschlüsse dabei.

Und er hat von Anfang an groß gemalt, "klein kann ich nicht, das würde mich eingrenzen", sagt er. Er malt aus der Emotion heraus, "ich könnte kein Bild wiederholen oder nachahmen." Manches erklärt er selbst für verrückt, etwa das "Labyrinth" mit den schwarzen Balken, der Bogen im Hintergrund könnte eine Bühne sein, die Farbspritzer wirken wie Lichteffekte bei einem Konzert. Er geht auch eigene Wege in der Malerei, besonders spannend das Hochformat aus seiner Schwarz-Weiß-Serie, das "Wie eine Landschaft" unten rechts einen Baumstumpf zeigt und die leere Mitte im Bild wagt.

Zu erleben sind die Bilder bis nächsten Dienstag 15. September, geöffnet ist das Atelier an diesem Wochenende von 14 bis 18 Uhr und am Montag und Dienstag von 17 bis 20 Uhr. Dagmar Klein

Quelle: Gießener Allgemeine

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