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Der etwas andere Austausch

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Von: Barbara Czernek

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Wagen einen »Neustart« beim Schüleraustausch zwischen Gießen und Netanya: Beverley Abulaf, Sebastian Popovic, Gilat Simon, Edna Spitzer, Tanja Gerner, Paul Lambeck, Gila Lev, Eckhard Pfeffer, Yehudit Addadi, Sarah Kraft, Nurit Haimovich. © Red

Gießen (bac). Der Schüleraustausch zwischen der Ricarda-Huch-Schule (RHS) und der Eldad High School (EHS) in Netanya gestaltet sich etwas anders als nur einfache, gegenseitige Freundschaftsbesuche. Es geht um Annäherung und um gegenseitiges Verständnis auf der Grundlage der gemeinsamen Geschichte. Da die Verständigung auf Englisch stattfindet, ist der Austausch für die Klassen zehn bis zwölf konzipiert.

»Die Teilnehmer müssen einen entsprechenden Wortschatz mitbringen, da wir auch entsprechend ernsthaft an diesen Themen arbeiten«, erläuterte der Koordinator der Schulpartnerschaft am RHS. Sebastian Popovic.

So wurden in den vergangenen Jahren Themen behandelt wie »The presence is the prism between the past and the future«, »Holocaust remembrance and sustainability: Learning to understand historical responsibility as part of the social sustainability«, »Fritz Bauer, Adolf Eichmann and the commemorative culture, Erinnerungskultur in Germany and in Israel on the test bench for social sustainability«.

Die Idee zu dem Schüleraustausch mit Israel brachte Popovic 2009 mit, als er als Lehrer an die Schule kam. Von 2011 bis 2019 fand der Austausch regelmäßig zwischen beiden Schulen statt. Pandemiebedingt gab es den letzten Austausch allerdings bereits 2019. Die Beziehungen wurden - soweit es ging - aufrechterhalten, per Telefon oder per Videokonferenzen. Dies ist jedoch kein Ersatz zu realen Begegnungen.

Um diese wiederzubeleben, flog vergangene Woche eine Gruppe nach Israel. Neben den drei Lehrkräften war auch Tanja Gerner vom English Theatre Frankfurt mit dabei, denn - so die Idee der Gruppe - es wird auch an neuen und kreativen Darstellungsformen gearbeitet. »Nachdem alle Aktivitäten zum Erliegen gekommen sind, wollen wir einen ›Re-Start‹ wagen. Dabei denken wir auch neu über andere Darstellungsformen nach«, erzählte der Austauschkoordinator.

Der mehrtägige Aufenthalt in Netanya stand unter diesem Leitmotiv. Viele kreative Ideen wurden gesammelt und werden nun innerhalb der beiden Schulen vertieft.

Die Planungen sehen vor, dass im März 2023 eine Lehrerdelegation aus Netanya nach Gießen kommt, um das Thema weiter zu bearbeiten. Im September werden die deutschen Schüler nach Israel reisen; und für das Frühjahr 2024 ist der Gegenbesuch der israelischen Schüler geplant. »Es ist ein langfristiges Projekt, auch für die Schüler. Wir fangen im November mit den entsprechenden Informationen innerhalb der Schule an. Meistens fahren zwischen zehn und 15 Schüler dann mit«, erläuterte Popovic.

Dieser interkulturelle Austausch hat in Gießen und der Umgebung einen hohen Stellenwert, er ist hoch angesehen und wird an vielen Stellen aktiv betrieben.

Vor wenigen Tagen hatte die Wirtschaftsschule am Oswaldsgarten Besuch einer Schülerdelegation der Darca High School in Daliyat el Carmel aus dem Norden Israels. Gemeinsam erkundeten die Schüler und Schülerinnen die jüdische Vergangenheit Gießens, besuchten den Hessischen Landtag in Wiesbaden sowie Frankfurt mit dem jüdischen Museum und dem Anne-Frank-Haus. »Wir sind sehr froh darüber, dass wir nach längerer Suche eine passende Austauschschule in Israel gefunden haben«, sagte Annette Greilich, die Schulleiterin der Wirtschaftsschule am Oswaldsgarten dazu. Im November werden die Gießener zu dem Gegenbesuch nach Israel fahren.

»Städtepartnerschaften können nur funktionieren, wenn wir die jungen Leute dafür begeistern können. Gerne unterstützen wir solche Projekte im Rahmen unserer Möglichkeiten, damit es möglichst vielen Schülern und Schülerinnen möglich ist, daran teilzunehmen«, sagte Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser.

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