In Gießen ist der dritte Coronavirus-Fall bestätigt worden. Das Gesundheitsamt hat zudem vorsorglich eine Schülergruppe isoliert. Sie waren in Südtirol.
- Dritter Coronavirus-Fall in Gießen bestätigt
- Schüler nach Skifreizeit isoliert
- Spiel der Gießen 46ers am Freitag trotz Spahn-Empfehlung?
Coronavirus Gießen: BBL äußert sich zu 46ers-Spiel am Freitag
Update, 9.3.2020, 11.52 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn hat am Sonntag empfohlen, wegen der schnellen Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern vorerst abzusagen. Das würde auch die Basketball-Bundesliga betreffen. Das nächste anstehende Spiel ist das der Gießen 46ers beim Syntainics MBC. Laut Spielplan soll die Partie am Freitag ausgetragen werden.
Doch kommt es auch dazu? Die Basketball-Bundesliga beobachtet die Situation wegen der sich weiter ausbreitenden Coronavirus-Epidemie, hat aber noch keine Entscheidungen bezüglich Spielabsagen oder Geisterspielen getroffen. Man wolle erst die weitere Entwicklung zum Beispiel in der Fußball-Bundesliga abwarten, sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz.
Coronavirus Gießen: Gruppe soll 14 Tage in häuslicher Quarantäne bleiben
Update, 6.3.2020, 17.53 Uhr: Das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen hat einer Schülergruppe der Gießener Aliceschule vorsorglich eine Isolierung zu Hause empfohlen. Die insgesamt 37 Berufsschüler sowie vier Lehrkräfte und Begleiter haben sich in den vergangenen Tagen auf einer Skifreizeit in Südtirol aufgehalten.
Südtirol ist in der vergangenen Nacht von Donnerstag auf Freitag zum Risikogebiet erklärt worden. Zum Zeitpunkt der Abfahrt der Schülergruppe war Südtirol noch kein Risikogebiet. Nach Vorgaben des Robert-Koch-Institutes bedeutet das, dass alle Reisenden, die aus diesem Gebiet kommen, vorsorglich für 14 Tage unter häusliche Quarantäne gestellt werden sollten.
Nach Informationen des Gesundheitsamtes geht es dem größten Teil der Gruppe gut. Eine Person hat leichte Erkältungssymptome.
Das Gesundheitsamt wird die Reisenden bei ihrer Rückkehr am Freitagabend betreuen, informieren und mithilfe des DRK gewährleisten, dass alle Teilnehmer der Freizeit sicher nach Hause gebracht werden, ohne dass sie dabei in privaten Fahrzeugen direkt mit Angehörigen und Freunden in Kontakt kommen.
Allen Reisenden wird empfohlen, in den kommenden 14 Tagen vorsorglich zu Hause in Quarantäne zu bleiben. Abstriche zum Test auf eine Infektion mit dem Coronavirus werden vorgenommen, wenn Symptome auftreten.
Das Gesundheitsamt ist Kontakt mit der Reisegruppe, der Schulleitung, dem Staatlichen Schulamt sowie der Stadt Gießen als Schulträger. Die Eltern der Jugendlichen werden informiert.
Die Schüler der Aliceschule sind nicht die erste Klasse, die aus dem Risikogebiet Südtirol zurückkommen. Mehrere Schulklassen der Lahntalschule (Lahnau-Atzbach) werden vorsorglich unter häusliche Quarantäne gestellt. Insgesamt betroffen sind 74 Schüler sowie 14 Lehrkräfte und zwei Begleitpersonen. Sie kehren am heutigen Abend von einer Skifreizeit aus Südtirol zurück. Allen Reisenden der Lahntalschule geht es nach aktuellen Informationen gut. Einige von ihnen zeigen leichte Erkältungssymptome.
Auch 15 Schüler, zwei Lehrer und eine Begleitperson der Goldbachschule in Dillenburg-Frohnhausen waren auf Skifreizeit in Südtirol und kehren heute Abend zurück – bei dieser Gruppe zeigen sich keine Krankheitssymptome. Auf Empfehlung des Lahn-Dill-Kreises hat die Schulleitung der Goldbachschule beschlossen, dass diese Schüler und Lehrkräfte für 14 Tage zu Hause bleiben.
Coronavirus Gießen: Dritter Fall bestätigt - 29-Jährige infiziert
Erstmeldung, 6.3.2020, 14.39 Uhr: Im Landkreis Gießen gibt es einen dritten Fall des Coronavirus (SARS-CoV-2). Es handelt sich dabei um eine 29-jährige Frau aus dem Osten des Landkreises. Sie zeigt milde Krankheitsanzeichen, ist derzeit zu Hause isoliert und wird vom Gesundheitsamt betreut.
Die Infektionskette der Frau kann zu einem bekannten Fall in Berlin zurückverfolgt werden. Dort hatte sich die 29-Jährige am vergangenen Wochenende gemeinsam mit einer jungen Frau aus dem Vogelsbergkreis aufgehalten und mit dem Coronavirus angesteckt. Am Donnerstag wurde die Infektion der Frau aus dem Vogelsbergkreis bestätigt.
Weil die 29-Jährige als Kontaktperson galt, wurde für sie ebenfalls am Donnerstag Quarantäne angeordnet. Ihr positives Testergebnis lag am Freitagvormittag vor. Das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen ermittelt nun mögliche weitere Kontaktpersonen.
Zwei weitere Coronavirus-Erkrankungen im Landkreis waren bereits am vergangenen Freitag und Samstag bestätigt worden. Dabei handelt es sich um eine 1996 geborene Frau und ihren 1992 geborenen Mitbewohner. Beide hatten sich im Landkreis Heinsberg in NRW mit dem Virus infiziert. Sie zeigen milde Krankheitsverläufe und sind zu Hause isoliert.
