Zuschlag nicht erteilt

Brunnen-Verlag: Haus-Versteigerung geplatzt

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Beim Brunnen-Verlag in Gießen kann vorerst aufgeatmet werden. Nach dem Beschluss des Amtsgerichts liegt die Zwangsversteigerung des Verlagsgebäudes im Gewerbegebiet West auf Eis.

Beim Verkündungstermin im Gericht gab Rechtspfleger Jens Röhm am Mittwoch bekannt, dass nach dem Bietertermin am Donnerstag vergangener Woche kein Zuschlag erteilt wird. Das Höchstgebot für den gutachterlich auf einen Wert von 1,2 Millionen Euro geschätzten Gebäudekomplex in der Gottlieb-Daimler-Straße lag bei 700 000 Euro und war von einem Unternehmen aus Hamburg abgegeben worden.

Die Zwangsversteigerung wird von einer Firma aus Rellingen nahe Hamburg betrieben, die Hauptgläubigerin der Eigentümerin des Areals ist, der insolventen Chrischona Gesellschaft für Evangelisation und Gemeinschaftspflege. Die Gläubigerin hat laut der Entscheidung des Gerichts der einstweiligen Einstellung des Versteigerungsverfahrens zugestimmt.

Offenbar stehen die Gläubigerin und der Brunnen-Verlag als Pächter in Gesprächen über die Zukunft der Immobilie. Beide Seiten waren am Mittwoch nicht zu erreichen oder hielten sich bedeckt. "Wir sind im Guten", hieß es nur. Sollte es nicht zu einer Einigung kommen, bei der wohl auch der Insolvenzverwalter der Chrischona Gesellschaft noch ein Wörtchen mitzureden hätte, kann die Gläubigerin innerhalb der nächsten sechs Monate eine Fortsetzung des Versteigerungsverfahrens beantragen. Das Unternehmen, das das Höchstgebot abgegeben hatte, steht offenbar in Verbindung zur Gläubigerin, denn beide haben den gleichen Geschäftsführer.

Insolvenz im Jahre 2017

Der christlich orientierte Brunnen Verlag hatte das 4200 Quadratmeter große Areal im Gewerbegebiet West vor fast 40 Jahren von der Chrischona Gesellschaft gepachtet und kurz danach bebaut. Die Eigentümerin, die früher ihren Sitz in Gießen hatte und diesen im März vor zwei Jahren nach Norddeutschland verlegte, meldete im April 2017 Insolvenz an.

Der Brunnen-Verlag sowie die ALPHA-Buchhandlungen und das Logistikunternehmen ChrisMedia aus Staufenberg gehören seit Juni 2017, jeweils zu 50 Prozent, dem Verlag der Francke-Buchhandlung aus Marburg und dem Kawohl Verlag aus Wesel. Auch der Kawohl Verlag hatte vor Wochenfrist um das Gebäude mitgeboten, war bei einer Summe von 650 000 Euro dann aber ausgestiegen. (Foto: Schepp)

Quelle: Gießener Allgemeine

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