Es bleibt vorerst bei vier Verkaufssonntagen

Gießen (pm/mö). Auf Einladung von Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz haben sich am Donnerstag Vertreter der Gewerkschaften, des Handels und der Kirchen zu einem weiteren Gespräch getroffen, um über die Zukunft der verkaufsoffenen Sonntage in Gießen zu beraten.

Geklärt wurde laut einer Mitteilung der OB, dass die ursprünglich geplanten Sonntagsöffnungen am 8. März (Frauentag), am 4. Oktober (Erntedank) und 1. November (Allerheiligen) nicht stattfinden. Sie sollen nun für andere Tage beantragt und unter der Maßgabe von der Stadt genehmigt werden, dass an diesen Sonntagen ein "Marktgeschehen" stattfindet. Denn dies ist die Voraussetzung für eine Genehmigung der Ladenöffnung. Die Termine sind der 17. Mai (Landesturnfest), 6. September (Schuljahresbeginn), 11. Oktober (Krämermarkt) und 8. November (Liebigs Suppenfest).

Einigkeit habe auch darin bestanden, so die Oberbürgermeisterin zusammenfassend, dass dem Sonntagsschutz eine besondere Bedeutung zukommt. Allerdings müsse dies auch Grundlage einer Übereinkunft über Gießen hinaus sein. Deshalb sei vereinbart worden, eine "mittelhessische Lösung" zur Reduzierung der Sonntagsöffnungen anzustreben. Diese soll eine freiwillige Reduzierung auf drei verkaufsoffene Sonntage beinhalten. Hierzu sei ein Moratorium mit den Nachbarstädten erforderlich. Grabe-Bolz will diesbezüglich mit ihren Kollegen in Marburg und Wetzlar sprechen. Gewerkschaften und Kirchen haben ebenfalls einen Schulterschluss mit ihren Nachbar-Organisationen angekündigt.

Bis zum Sommer, wenn sich die Gruppe erneut trifft, soll es deshalb Treffen der beteiligten Organisationen auf Mittelhessen-Ebene geben. Die anwesenden Vertreter des Handels sprachen diesbezüglich von einem Verfahren, das sie mittragen können.

Wie die GAZ erfuhr, soll bei dem Gespräch um den oben geschilderten Kompromiss sehr hart gerungen worden sein. So seien die in der Allianz für den freien Sonntag zusammengeschlossenen Kirchen und Gewerkschaften enttäuscht, dass es vorerst bei vier Verkaufssonntagen bleibt. Auf der anderen Seite muss der Handel drei Termine, die für dieses Jahr schon fixiert waren, umplanen.

Vor diesem Hintergrund bleibt abzuwarten, wie die für Ende Februar am Gießener Verwaltungsgericht angesetzte Verhandlung zum Thema Verkaufssonntage ausgeht. Geklagt hatte die Gewerkschaft Verdi.

Für den Fall, dass die Klägerin mit ihrem Vorstoß gegen die Neujahrsöffnung 2014 nachträglich Recht erhält, stellt sich die Frage, ob sich die Gewerkschaft an den nunmehr erzielten Kompromiss dann noch halten wird.

Quelle: Gießener Allgemeine

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