Außenseiter im Doppelporträt

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Thomas Bernhards 1982 erschienenes Buch "Wittgensteins Neffe" erzählt von einer ungewöhnlichen Freundschaft. Nie habe Bernhard zärtlicher, menschenfreundlicher geschrieben, hat Marcel Reich-Ranicki geurteilt. Hermann Beil liest aus dem Werk am kommenden Donnerstag, 12. April, in der Uni-Aula.

Das Literarische Zentrum Gießen begrüßt am Donnerstag, 12. April, 19 Uhr, den Dramaturg und Regisseur Hermann Beil in der Aula des JLU-Hauptgebäudes. Er wird aus Thomas Bernhards "Wittgensteins Neffe. Eine Freundschaft" lesen – ein Event, das viele Jahre auf dem Spielplan des Berliner Ensembles stand. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt und für Mitglieder des LZG und der Hein-Heckroth-Gesellschaft 5 Euro. Vorverkauf bei der Tourist-Info.

Wittgensteins Neffe ist die (auto)biografische Geschichte der Freundschaft zwischen zwei Außenseitern: dem lungenkranken Erzähler und dem "verrückten" Paul Wittgenstein, einem Neffen des Philosophen Ludwig Wittgenstein. Das Doppelporträt beschreibt den Schriftsteller und den Musikkenner als Patienten der Wiener Lungen- und Nervenheilanstalt "Am Steinhof" und schließlich am Ende des Lebens.

"Hermann Beil liest das Bernhard’sche Werk nicht, er zelebriert es virtuos. Beil nimmt sich selbst völlig zurück und schafft so die unendliche Weite und den Raum, um die Wortmusik von Thomas Bernhard wirken zu lassen", kommentierte die Neue Kronenzeitung die Lesung.

"Wie Notensequenzen in einer Partitur erscheinen die Motive in jedem Text anders gemischt. Wie fließend die Grenze zur Musik bei Thomas Bernhard empfunden werden kann, zeigte Hermann Beil bei seinem großartigen, weit über die Grenzen des reinen Vortrags hinausgehenden Auftritt", urteilte die Frankfurter Allgemeine Zeitung

Beil gastierte mit dieser Lesung unter anderem in Wien, Paris, Straßburg, Zürich, Salzburg, Innsbruck, Köln, Weimar, Tübingen und Prag – und nun am kommenden Donnerstag in Gießen. Eine Einführung gibt UB-Direktor Peter Reuter.

Quelle: Gießener Allgemeine

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