Aufräumarbeiten nach Cyberangriff gehen weiter

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Gießen(khn). Vom Normalbetrieb kann an der Justus-Liebig-Universität (JLU) nach dem Cyberangriff Anfang Dezember 2019 noch keine Rede sein. In einer internen Veranstaltung gab Joybrato Mukherjee den Hochschulgemeinde einen Überblick über den aktuellen Stand der Aufräumarbeiten.

Am 8. Dezember war die Uni Gießen Opfer eines Hackerangriffs geworden. Die Attacke war rechtzeitig erkannt und die Systeme abgeschaltet worden. Schritt für Schritt, mit viel Improvisation und einer Eselsgeduld wurden Rechner und Systeme überprüft und der Lehrbetrieb aufrechterhalten. Die Universität geht davon aus, dass Hacker sie nach wie vor im Visier haben; vermutlich in der Absicht, Geld zu erpressen. Die Hochschulgemeinde rückte zusammen, von einem gestärkten Wir-Gefühl ist die Rede.

Die Aufräumarbeiten verlaufen weiter planmäßig, teilt die Pressestelle auf Anfrage dieser Zeitung mit: Derzeit erhielten beispielsweise die Dienstrechner schrittweise wieder Zugang zum Internet. Das sei bereits bei mehr als der Hälfte der Subnetze der Fall. Allerdings hätten nach wie vor zahlreiche Beschäftigte keinen Internetzugang. Noch bis Ende Februar werde es wohl dauern, bis alle Mitarbeiter wieder Zugang zum Internet und insbesondere auch zu den Daten auf den internen Laufwerken haben. Hinzu komme ein "enormer Rückstau an Arbeitsabläufen etwa in der Verwaltung".

Die Auswirkungen des Serverausfalls auf den normalen Lehrbetrieb halten sich laut JLU-Pressestelle mittlerweile in Grenzen. Die Studierenden haben wieder Internetzugang über WLAN. Bereits seit einigen Wochen - und damit vor Beginn der Klausurenphase - stünden die Lernplattform der JLU, die Prüfungsverwaltungssoftware und die elektronischen Systeme der Unibibliothek wieder zur Verfügung.

Die Rückmeldung zum Sommersemester und die Zahlung des Semesterbeitrags können vom Studierendensekretariat wie gewohnt bearbeitet und verbucht werden, teilt die Pressestelle mit. Auch die Aktualisierung der Chipkarten funktioniere wieder. Das selbständige Drucken von Studienbescheinigungen stehe jedoch noch nicht wieder zur Verfügung. In dringenden Fällen können sich die Studierenden hier an das Studierendensekretariat wenden.

Quelle: Gießener Allgemeine

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