Arbeitslosigkeit steigt zum Jahresbeginn kräftig

Gießen (pm). In Mittelhessen ist die Zahl der Arbeitslosen kräftig angestiegen. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Gießen waren im Januar 2010 insgesamt 22 769 Personen arbeitslos gemeldet. Die Quote liegt bei 7,2 Prozent (plus 0,6 Prozent), bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen.

Dies entspricht 2137 Arbeitslosen oder 9,9 Prozent mehr als im Dezember. Im Vergleich zum Januar 2009 hat sich die Lage allerdings verbessert: Seinerzeit waren noch 1053 Erwerbslose mehr gemeldet, die Quote betrug 7,5 Prozent. Stadt und Kreis Gießen sind in der Region weiterhin am stärksten betroffen. Hier stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 10 766 Personen, die Quote auf 8,1 Prozent.

"Im Januar ist die Zahl der Arbeitslosen stark gestiegen, bleibt aber deutlich unter den Vorjahreswerten", kommentierte Eckart Schäfer, der Leiter der Agentur für Arbeit in Gießen, die aktuelle Entwicklung. "Erfreulich ist, dass die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen um mehr als ein Drittel gegenüber Januar 2009 gestiegen ist. Das macht Mut und zeigt, das die Arbeitgeber auch im beginnenden Aufschwung auf die Arbeitsagentur setzen."

Der Agentur für Arbeit Gießen sowie den Arbeitsgemeinschaften des Kreises Gießen und der Wetterau meldeten Betriebe und Verwaltungen im Januar insgesamt 866 neue Arbeitsstellen. Dies waren 218 oder satte 33,6 Prozent mehr als im Vorjahresvergleich. Mit 2270 offenen Stellen lag der Bestand gut 2 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die Arbeitslosigkeit stieg bei beiden Geschlechtern gegenüber dem Vormonat deutlich an. Damit waren im Agenturbezirk Gießen 12 827 Männer und 9942 Frauen erwerbslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote der Männer stieg um 0,8 auf 7,6 Prozent. Bei den Frauen erhöhte sich die Quote um 0,4 auf nun 6,7 Prozent. Im Januar 2009 lag die Quote der Männer ebenfalls bei 7,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote der Frauen betrug im Vorjahresmonat noch 7,4 Prozent. Dies waren 993 erwerbslose Frauen mehr. Ein starker Rückgang der arbeitslos gemeldeten Frauen bleibt weiter auffällig.

Im Januar nahm die Zahl der unter 25-jährigen Arbeitslosen erstmals seit Monaten wieder zu. Mit 2353 erwerbslosen Arbeitnehmern unter 25 Jahren stieg die Quote auf 6,4 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 114 jüngere Arbeitnehmer mehr arbeitslos gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 7,0 Prozent.

In allen mittelhessischen Landkreisen stieg die Arbeitslosigkeit an. Im Wetteraukreis waren im Januar 8784 Arbeitslose gemeldet. Dies entspricht einer Quote von 5,8 Prozent, ein Anstieg von 0,6 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat. Januar 2009 lag die Quote bei 5,9 Prozent.

Wie bereits im Vormonat nahm die Arbeitslosigkeit im Vogelsbergkreis deutlich zu. Sie stieg auf 4314 Personen. Dies entspricht im Januar einer Quote von 7,4 Prozent, 0,9 Prozent höher als im Dezember. Im Januar 2009 lag die Quote bei 6,8 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit hat in beiden Rechtskreisen (Sozialgesetzbuch III und II) stark zugelegt. So stieg die Zahl der von der Agentur für Arbeit Gießen betreuten Personen um 1332 auf jetzt 7714. Sie beziehen in der Regel Arbeitslosengeld II.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ("Hartz IV") erhöhte sich um 722 auf 15 055. Davon betreute die Gesellschaft für Integration und Arbeit (GIAG) 7679 Menschen, ein Plus von 259 Personen gegenüber Dezember. Im Wetterauer Zentrum für Dienstleistungen und Arbeitsmarkt (JobKOMM) waren 5389 Arbeitslose gemeldet, 350 mehr als im Vormonat. Die Zahl der von der Kommunalen Vermittlungsagentur des Vogelsbergkreises betreuten Arbeitslosen stieg im Dezember um 112 auf 2456.

Quelle: Gießener Allgemeine

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