Arbeitslosenzahlen im Januar kräftig gestiegen

Gießen (pm/si). Im Bezirk der Agentur für Arbeit Gießen sind die Arbeitslosenzahlen im Januar kräftig angestiegen. Insgesamt waren zum Monatsende 19 638 Personen erwerbslos gemeldet, über zehn Prozent mehr als im Dezember. Allerdings sind das immer noch über 1000 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr.

Die Behörde registrierte vor allem mehr erwerbslose Männer. Grund seien ausgelaufene befristete Arbeitsverhältnisse sowie der im Winter schwache Kräftebedarf in der Bauwirtschaft, schreibt Agenturleiter Eckart Schäfer. Dass die Kennziffern dennoch besser ausfielen als im Vorjahr, wertet er als positiv. "Ein Einbruch der wirtschaftlichen Entwicklung ist daran nicht ablesbar", so Schäfer. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 6,2 Prozent.

Die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen sank wie fast immer in dem Wintermonat, lag jedoch ebenfalls über dem Vorjahreswert. Der Arbeitsagentur Gießen sowie den Jobcentern des Kreises Gießen und der Wetterau meldeten Arbeitgeber insgesamt 950 neue Stellen (147 Stellen mehr als im Januar 2011). Der Bestand an offenen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen ging weiter zurück, und zwar auf 3521. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Plus um knapp 25 Prozent oder 703 Stellen.

Die Zahl der erwerbslosen Männer stieg im Januar erstmals seit Mai wieder über die Zehntausender-Marke, und zwar gleich recht kräftig auf 10 887. Bei den Frauen fiel der Anstieg prozentual gesehen nur halb so stark aus. Es gab jetzt 8751 arbeitslos gemeldete Frauen.

Auch bei den Jugendlichen unter 25 Jahren stieg die Arbeitslosigkeit saisonüblich. Die Zahl derer, die auf der Suche nach einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle waren, erhöhte sich um 245 Personen und lag damit bei 1879. Die Quote stieg um 0,7 auf 5,3 Prozent. Im Vorjahresmonat waren 104 jüngere Arbeitnehmer mehr arbeitslos gemeldet. Seinerzeit lag die Arbeitslosenquote bei 5,6 Prozent.

Die Zahl der über 50-jährigen Erwerbslosen erhöhte sich im Januar den zweiten Monat in Folge, um 672 auf 6419. Ihre Quote erhöhte sich um 0,8 Prozent auf 7,3 Prozent (Vorjahr: 7,6 Prozent=.

Die Arbeitslosigkeit erhöhte ist in allen drei mittelhessischen Landkreisen, in Gießen erneut am stärksten. Hier wurden im Januar 901 Arbeitslose mehr registriert, insgesamt 9730. Die Quote stieg um 0,6 auf 7,3 Prozen (Vorjahr 7,6 Prozent).

Bei den Arbeitslosen, die höchstens ein Jahr lang ohne Job sind, fiel der Anstieg stärker aus als bei den Langzeitarbeitslosen. Die Zahl der bei der Arbeitsagentur Gießen gemeldeten Personen erhöhte sich um 1261 auf 6092 Erwerbslose. Die Zahl der Arbeitslosen nach dem Rechtskreis des Sozialgesetz-Buches II ("Hartz IV") stieg um 704 auf 13 564. Davon betreute das Jobcenter Gießen 793 Arbeitslose, 396 Personen mehr als im Dezember. Dass heißt unter Strich auch: In Mittelhessen sind zwei von drei gemeldeten Arbeitslosen langzeitarbeitslos.

In der Arbeitslosenzahl nicht enthalten sind die arbeitslos gemeldeten Personen, die sich in Wiedereingliederungs-, Trainings- und Weiterbildungsmaßnahmen befanden. Außerdem alle ALG-II-Empfänger, die 58 und älter sind und denen die Agentur in den letzten zwölf Monaten keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten hat. Darüber hinaus bleiben grundsätzliche alle "Ein-Euro-Jobber" unberücksichtigt. Vorübergehend erkrankte Arbeitslose werden ebenfalls nicht mitgezählt. Sie alle einbezogen, gab es im Vormonat im Bezirk der Agentur Gießen knapp 3700 Arbeitslose mehr – 20 Prozent – als im Bericht angegeben, nämlich über 23 100.

Noch gravierender ist der Unterschied, wenn die "stille Reserve" erfasst würde – Personen, die arbeiten würden, sich aber nicht melden, weil sie nicht damit rechnen, einen Job zu bekommen. (Grafik: AZ)

Quelle: Gießener Allgemeine

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