Gottesdienst zum Reformationstag

"Antisemitismus und Hassreden sind unchristlich"

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Gießen (pm). Rassismus, Antisemitismus und Hassreden sind unvereinbar mit dem christlichen Glauben. Das hat der evangelische Dekan André Witte-Karp am Reformationstag in Gießen unterstrichen. Im Gottesdienst in der Johanneskirche sagte er: "Wer rassistisch, wer antisemitisch, wer menschenverachtend spricht, der entheiligt den Namen unseres Gottes." Es sei eine "zivilisatorische Errungenschaft", dass nach Auschwitz und dem Holocaust rassistische und antisemitische Äußerungen "tabu" seien. Sich für dieses Tabu einzusetzen, gehöre außerdem zur demokratischen Grundhaltung. Witte-Karp bekannte, dass das Christentum durch seine historische Abgrenzung vom Judentum und dem theologischen Überlegenheitsanspruch gegenüber Juden "verstrickt ist in die Gewalt- und Todesgeschichte". Am Reformationstag gehe es heute um das, was den christlichen Glauben und die Kirche ausmache. Die evangelische Identität sei eng verbunden mit dem jüdischen Glauben.

Am Reformationstag erinnert die evangelische Kirche an die Erneuerung der Kirche durch Martin Luther und dessen Bibelübersetzung in die deutsche Sprache. Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Luther 95 kirchenkritische Thesen, die letztlich zur Herausbildung Evangelischer Kirchen und zur Trennung von der Katholischen Kirche führte.

An dem Festgottesdienst in der Johanneskirche wirkte auch der katholische Dekan Hans-Joachim Wahl mit.

Quelle: Gießener Allgemeine

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