Ansteckender Spaß

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Mit hervorragenden Interpretationen setzte das Junge Sinfonie-Orchester Wetzlar musikalische Glanzlichter im regionalen Konzertleben. Das Programm bot hohen Unterhaltungswert und wird den zahlreichen Besuchern in der Uni-Aula noch lange in Erinnerung bleiben.

Mit hervorragenden Interpretationen setzte das Junge Sinfonie-Orchester Wetzlar musikalische Glanzlichter im regionalen Konzertleben. Das Programm bot hohen Unterhaltungswert und wird den zahlreichen Besuchern in der Uni-Aula noch lange in Erinnerung bleiben.

Den Auftakt markierten Edward Elgars "Enigma-Variationen" op. 36 von 1899. Feinfühlig verlieh das Orchester unter Leitung von Tom Freischläger dem archaisch anmutenden Thema getragenen Ausdrucksgestus. Die Variationen bilden prägnante Charakterporträts, ohne sich bestimmten Personen eindeutig zuordnen zu lassen. Sie spannten einen weiten Bogen zwischen virtuos-leichten Teilen, humorvollen und bombastischen Momenten. Voller Fantasie erspürten die Musiker die Kontraste und brachten den Facettenreichtum der Orchestrierung ansprechend zur Geltung. Liebreizenden Charme versprühten spielerisch-muntere Passagen, ebenso gut gelangen klangstarke Höhepunkte. Besonders berührten expressive Soli mit ihrem sinnlichen Reiz. So bereitete die finessenreiche Interpretation großen Genuss. Freischläger dirigierte umsichtig und achtete durchweg auf nuancierte Vortragsweise. Die anschauliche Konzeption des in Frankfurt Schulmusik studierenden Leiters zeugte von reichem musikalischen Erfahrungsschatz.

Vom Jazz inspiriert

Von der spätromantischen in eine jazzige, tänzerisch-beschwingte Sphäre führte das Werk "Le boeuf sur le toit" op. 58 des französischen Komponisten Darius Milhaud. Das Orchester bewies außerordentliche Musizierlaune und Sinn für bizarre, an die Zirkus- und Varieté-Welt erinnernde Züge in dem Stück, das nur so strotzte vor ansteckend Schalkhaftem.

George Gershwins sinfonische Dichtung "Ein Amerikaner in Paris" setzte die musikalische Tour durch unbeschwerte, vom Jazz inspirierte Gefilde vergnüglich fort. Gershwins Absicht ist es, darin "die Eindrücke eines amerikanischen Reisenden wiederzugeben, der durch Paris schlendert, den Straßenlärm hört und die französische Atmosphäre in sich aufnimmt." Man spürte, mit welcher Begeisterung das Ensemble spielte. Wohldosiert schien die klangliche Schärfe markanter Blechbläsermotivik, ebenso ausgefeilt intonierten die anderen Instrumentengruppen. Kurzum, es entstand ein stimmiges Gesamtbild. Die Hörer folgten den Darbietungen gebannt und spendeten kräftigen Beifall. Tags darauf wurde das Programm in der Stadthalle Wetzlar wiederholt.

Quelle: Gießener Allgemeine

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