"Alessandro Stradella" am 28. Januar im Stadttheater

"Alessandro..." wer? "Alessandro Stradella". Die wenigsten kennen Friedrich von Flotows romantisch-komische Oper nach dem Leben des italienischen Komponisten und Sängers. Das soll sich jetzt ändern. Das Stück feiert am Samstag, 28. Januar, um 19.30 Uhr im Großen Haus des Stadttheaters Premiere.

Zu von Flotows 200. Geburtstag will Regisseur Roman Hovenbitzer mit diesem lange vergessenen Werk aus dem Jahr 1844 "Stradellamanie" auf die Bühne bringen. Hovenbitzer zeigt "pralles Theater pur", wie er am Dienstag während des Pressegesprächs im Theater sagte. Eine "knallbunte Inszenierung" im venezianischen Kolorit soll es werden – mit Karnevalskostümen, Masken, Perücken und allem, was zu einem deftigen Bühnenspaß dazugehört.

Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Kapellmeister Jan Hoffmann; für ihn ist es in Gießen das erste große Opernprojekt, das er musikalisch im Alleingang stemmen muss. Hoffmann betonte den Melodienreichtum der Partitur, den er mit seinem 40-köpfigen Orchester im Graben temporeich meistern werde.

Die Hauptrolle singt Tenor Corey Bix, der sich in seinen Arien in kitzelnde Höhen hinaufschrauben muss. Der Amerikaner ist zum ersten Mal zu Gast in Gießen. Er hat sich als Wagner-Tenor bereits einen Namen gemacht. Sopranistin Anna Gütter verkörpert Stradellas Geliebte Leonore. Mitglieder der Showtanzgruppe Soul System aus Hungen zeigen Barkarole und Tarantella ebenso wie französische Tänze. Mit von der Partie sind auch der Chor und Extrachor des Stadttheaters. Alessandro Stradella war einer der größten Komponisten des Hochbarocks in Italien und zugleich ein Verführer wie er im Buche steht. Seine Geschichte ist ziemlich abenteuerlich und wird mal so und mal so erzählt. Von Flucht aus verschiedenen Städten ist die Rede, weil der Sänger den jungen und auch ganz jungen Damen nicht abgeneigt war. Sie sollen allesamt seiner betörenden Stimme erlegen sein. Mordversuche an Stradella hat es mindestens zwei, wahrscheinlich eher drei gegeben, der letzte in Genua war von Erfolg gekrönt. Flotow griff das Leben des Charmeurs auf und komponierte seine Oper eigens für den Tenor – die Hälfte der Arien sind ihm vorbehalten, sagte Hovenbitzer.

Er sprach in der Matinee vom Sonntag gar von einer "One-man-Show" für Tenor Bix.

Das Bühnenbild von Hermann Feuchter und die farbenfrohen Kostüme von Bernhard Niechotz spiegeln die ausgelassene Venedigstimmung wider. Romantik und Humor sollen nicht zu kurz kommen. mm

Viel Applaus für von Flotows "Alessandro Stradella" im Stadttheater

Quelle: Gießener Allgemeine

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