16. Februar 2019, 19:15 Uhr

Schalke kommt nicht voran: 0:0 und «Rot» für Serdar

Beim 0:0 gegen Freiburg ist Schalke nach «Rot» für Serdar mehr als 45 Minuten in Unterzahl. Eine Erklärung für den erneut schwachen Auftritt ist das nicht. Und am Mittwoch kommt Englands Meister Manchester City zum Champions-League-Duell in die Arena.
16. Februar 2019, 19:15 Uhr
Von Ulli Brünger, dpa
Schalkes Suat Serdar gegen Freiburgs Lucas Höler (r) im Zweikampf um den Ball. (Foto: Ina Fassbender)

Vielleicht hatte es Christian Heidel schon geahnt. Jedenfalls hütete der Sportvorstand des FC Schalke 04 mit fast 40 Grad Fieber daheim das Bett.

So blieb dem 55-Jährigen der erneut sehr dürftige Auftritt seiner Mannschaft beim 0:0 gegen den SC Freiburg erspart. Einen mutmachenden Beitrag, der zur schnellen Genesung des Managers beisteuern könnte, lieferten die Schalker Profis jedenfalls nicht. Auch wenn ihnen zu Gute gehalten werden muss, dass sie von der 42. Minute an nach der Roten Karte gegen Suat Serdar in Unterzahl spielten.

«Mit Elf gegen Elf war es zu wenig. Wir waren 40 Minuten zu ängstlich, nicht couragiert. Das müssen wir ändern», sagte S04-Coach Domenico Tedesco. In Unterzahl sei es dann sogar besser gewesen. «Aber wir waren zu wenig torgefährlich. Deswegen ist das 0:0 leider okay.»

In der verkorksten Bundesliga-Saison treten die Königsblauen weiter auf der Stelle. Am Mittwoch (21.00/DAZN) im Champions-League-Duell mit Englands Meister Manchester City muss sich der Revierclub erheblich steigern, um nicht schon im Hinspiel gegen das Team von Trainer Pep Guardiola alle Viertelfinal-Chancen zu verspielen.

Doch Freiburg konnte die Schwäche des Gegner nicht wirklich nutzen. Zwar erarbeiteten sich die Breisgauer, die in der ersten Hälfte nicht einmal gefährlich vor das Schalke-Tor kamen, nach dem Wechsel einige gute Möglichkeiten. Aber dann war stets Schlussmann Ralf Fährmann zur Stelle, der Versuche von Jerome Gondorf (47.), Vincenzo Grifo (62.) und Philipp Lienhart (71.) entschärfte und so zumindest die siebte Heimpleite der Saison verhinderte. «Wir hatten richtig gute Chancen, nutzen sie aber nicht. Dabei haben wir es mit Elf gegen Zehn ordentlich gemacht», monierte Christian Streich.

Der SC-Trainer haderte aber nicht nur mit den vergebenen Möglichkeiten, sondern auch mit zwei Entscheidungen von Schiedsrichter Frank Willenborg. Zunächst hatte der Referee aus Osnabrück den Schalkern bei einem vermeintlichen Handspiel von Lukas Kübler (34.) einen Elfmeter nach Intervention des Video-Assistenten in Köln verweigert.

Neun Minuten vor dem Ende schaltete sich Köln auf der Gegenseite ein, als Omar Mascarell der Ball bei einer Rettungsaktion im Fallen an den Arm gesprungen war. Willenborg nahm den zunächst gepfiffenen Strafstoß wieder zurück, nachdem er sich die Szene noch einmal angeschaut hatte. In der Nachspielzeit zeigte er Freiburgs Christian Günter zudem noch Gelb-Rot.

Streich konnte beides nicht nachvollziehen. «Ich dachte, dass sich Köln nur einschaltet, wenn es eine klare Fehlentscheidung war. Aber scheinbar ist es doch nicht so», sagte der Freiburger Coach süffisant. «Aber es ist kompliziert.» Streich ist ohnehin kein Freund des Videobeweises, auch wenn er über eine ganze Saison gesehen vielleicht «zu mehr Gerechtigkeit» führe. «Klar, wir leben in einem Technologie-Zeitalter. Aber ich bin altmodisch. Ich hätte es lieber so wir früher.»

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