22. Februar 2019, 14:55 Uhr

Nächste Europa-Party: Eintracht nun gegen Inter Mailand

Eintracht Frankfurt bekommt es im Achtelfinale der Europa League mit Inter Mailand zu tun. Die Freude über den attraktiven Gegner ist groß. Angst haben die Hessen nach der Gala gegen Schachtjor Donezk nicht.
22. Februar 2019, 14:55 Uhr
Die Frankfurter dürfen sich auf Inter Mailand freuen. (Foto: Arne Dedert)

Über das Gesicht von Vorstand Axel Hellmann huschte ein kurzes Lächeln, als Eintracht Frankfurt das Traumlos Inter Mailand für das Achtelfinale in der Europa League gezogen hatte.

Und auch Trainer Adi Hütter war die Vorfreude auf die nächste Europa-Party im Duell mit dem 18-maligen italienischen Meister anzusehen. «Das ist eine tolle Paarung. Ein schönes Stadion, ein großer Verein, ein attraktiver Gegner», sagte Hütter.

Zum ersten Mal bekommt es die Eintracht mit dem sechsmaligen Europacup-Gewinner zu tun. «Man kann sich manchmal nur zwicken und sagen: Das ist echt cool, dass wir hier dabei sein dürfen», schilderte Sportvorstand Fredi Bobic die momentane Gefühlslage bei den Hessen.

Sein Vorstandskollege Hellmann kann die Partien am 7. März vor heimischer Kulisse und am 14. März im legendären Mailänder San-Siro-Stadion kaum erwarten. «Inter ist ein Traumlos, weil das genau diese Spiele sind, die wir wollen. Das ist ein echter Brocken, ein europäischer Topclub», sagte er nach der Auslosung in Nyon.

Angst vor dem Tabellendritten der Serie A hat die Eintracht nicht. «Wenn wir gut zusammenspielen, ist kein Gegner zu groß», sagte Torjäger Luka Jovic. Respekt ist angesichts der sportlichen Meriten der Italiener um die Stars Mauro Icardi, um den es zuletzt aber Querelen gab, sowie Ex-Bundesligaprofi Ivan Perisic aber da. «Das ist eine absolute Topmannschaft, die zu den Favoriten auf den Titelgewinn gehört», sagte Hütter.

Die in dieser Europa-League-Saison noch ungeschlagenen Hessen fühlen sich nach sieben Siegen und einem Remis stark genug, um Inter Paroli zu bieten. «International haben wir bisher eine überragende Leistung gebracht», lobte Hütter und lieferte die Erklärung für bisher sieben Siege und ein Remis gleich mit: «Der Europacup beflügelt die Mannschaft. Der hat Tradition und Geschichte bei der Eintracht.»

Der erstmalige Vorstoß unter die besten 16 Teams eines internationalen Wettbewerbs seit 24 Jahren hat laut Hellmann «eine enorme Bedeutung» für den Verein, der 20 Jahre lang im grauen Mittelmaß abgetaucht war und nun als letzter Bundesligaclub in der Europa League noch vertreten ist. Entsprechend groß ist die Zuversicht beim DFB-Pokalsieger. «Wir werden den deutschen Fußball in der nächsten Runde repräsentieren. Das ist eine große Ehre für den Verein, aber wir sind in dieser Rolle auch aller Ehren wert», sagte Hellmann.

Nach dem Gala-Auftritt beim 4:1 im Zwischenrunden-Rückspiel gegen Schachtjor Donezk muss der Eintracht vor der nächsten Aufgabe nicht bange sein. «Das war unsere beste Leistung in der Rückrunde, wenn nicht sogar in der gesamten Saison, weil wir fast alles richtig gemacht haben», befand Hütter. Den «unvergesslichen Abend» ließ der Österreicher bei einem Glas Rotwein ausklingen.

Seine Mannschaft lieferte gegen den Champions-League-Teilnehmer, der in der Gruppenphase die TSG 1899 Hoffenheim ausgeschaltet hatte, ihr taktisches Meisterstück und konnte sich wieder einmal auf ihren Traum-Sturm verlassen. Der von etlichen Topvereinen umworbene Jovic (23. Minute), Sebastien Haller (27./Handelfmeter, 80.) und Ante Rebic (88.) schraubten ihren Marktwert weiter in die Höhe und sorgten für Feierstimmung in der vollen Arena.

«Man hatte das Gefühl, dass das Stadion zusammenbricht. Was unsere Fans leisten, ist weltweit einmalig», sagte Mittelfeldspieler Danny da Costa. Auf die besondere Stimmung freut sich auch Inter-Legende Javier Zanetti. «Die Eintracht ist eine Mannschaft mit einer großartigen Mentalität. Und die Fans in Frankfurt sind der Wahnsinn», sagte der Vizepräsident des dreimaligen Weltpokalsiegers. «Das macht es nicht einfacher.»

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